Gehirn und Geist
Wie aus Materie Bewusstsein entsteht

von Gerald M. Edelman, Giulio Tononi

€ 27,70
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Übersetzung: Susanne Kuhlmann-Krieg
Verlag: Beck, C H
Einband: Hardcover
Genre: Sachbücher/Natur, Technik/Naturwissenschaft
Seiten: 368 Seiten
Erscheinungsdatum: 21.02.2002

Vier Fragestellungen sind in diesem Buch von zentraler Bedeutung: Wie entsteht Bewußtsein überhaupt? Welche Vorgänge des Gehirns sind für die bewußte Erfahrung verantwortlich? Wie schlagen sich die subjektiv unterschiedlichen Erfahrungen in den Gehirnprozessen nieder? Wie läßt sich das wissenschaftliche Verständnis von Bewußtsein mit der ungeheueren Vielfalt menschlicher Wissens- und Erfahrungsformen verknüpfen?
In Gehirn und Geist legt eines der prominentesten Forscherteams ein Bewußtseins-Konzept vor, das die neueren Ergebnisse der empirischen Hirnforschung berücksichtigt. Liebhaber einseitiger Positionen werden mit den Antworten Edelmans und Tononis allerdings ihre Schwierigkeiten haben. Denn obgleich ein zentrales Argument dieses Buches lautet, daß Bewußtsein aus gewissen Arrangements innerhalb des Gehirns hervorgeht, so wehren sich seine Autoren doch gegen die Vorstellung, das Gehirn arbeite wie ein Computer. Die Einzigartigkeit jedes einzelnen Geistes, so betonen sie, werden wir mit wissenschaftlichen Mitteln allein nie völlig verstehen können.

Rezension aus FALTER 12/02

... Ein anderes kniffliges Problem haben sich vor kurzem die Hirnforscher Gerald M. Edelman und Giulio Tononi vorgenommen. In „Gehirn und Geist” schlagen sie eine Lösung für das so genannte Bindungsproblem vor. Beim Bindungsproblem geht es um die Frage, wie unser Gehirn ein stabiles Bild der Welt erzeugt. Das ist insofern ein komplexes Problem, als z.B. Informationen über Form, Farbe und Bewegung eines Objekts im Gehirn in räumlich getrennten Arealen bearbeitet werden. Aber trotzdem erleben wir sie als zusammenhängend. Anhand von Computersimulationen zeigen sie, dass für die Konzertierung verteilter Informationen kein übergeordnetes Steuerungszentrum notwendig ist. Das Gehirn arbeitet eher nach dem Prinzip der spontanen Gruppengymnastik. Funktional zusammengehörige Neuronengruppen synchronisieren sich selbstorganisiert – und agieren somit „gebunden”. Edelmans und Tononis Buch fehlt allerdings über weite Strecken jene sprachliche Klarheit, die Gerhard Roths Arbeiten auszeichnet. Aber vielleicht schreibt der Bremer Neurowissenschaftler ja auch einmal ein Buch über das Bindungsproblem.

Robert Czepel in FALTER 12/02 vom 20.03.2002 (S. 26)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Fühlen, Denken, Handeln (Gerhard Roth)