Rest

von Charlotte Gainsbourg

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Label: Because
Format: CD
Genre: Pop englischsprachig
Umfang: 11 Tracks, Gesamtspielzeit 48:23 Min.
Erscheinungsdatum: 17.11.2017


Rezension aus FALTER 46/2017

Très chic: Charlotte Gainsbourg tritt aus dem Schatten ihres Vaters

Am 2. März 1991 verstarb Serge Gainsbourg in Paris. Bis heute ist sein Grab eine Pilgerstätte und der einstige Provokateur in Frankreich längst Nationalheiligtum. Als er starb, war seine Tochter Charlotte knapp 20 und verfolgte schon eine eigene Schauspielkarriere. Was ihre musikalischen Ambitionen anbelangt, erwies sich der Nachname indes als Fluch. Sie hatte mit dem Vater zwar bereits als Teenager einen Hit. Er nützte für „Lemon Incest“ jedoch nur ihre Jugend, um für einen Skandal zu sorgen. Zwei Jahre später folgte der Soundtrack zum Film „Charlotte for Ever“, ebenfalls eine Inzestgeschichte. Wie man Songs schreibt, zeigte Serge ihr nicht.
Es sollte lange dauern, ehe Charlotte Gainsbourg den Mut für eine eigene Platte aufbrachte. Ganz sie selbst war sie 2006 auf dem Debüt „5:55“ noch nicht. Die Musik stammte vom Pariser Duo Air, die meisten Texte schrieb Britpopstar Jarvis Cocker für sie. Bei den folgenden Alben „IRM“ und ­„Stage Whisper“ wiederum fungierte der US-Musiker Beck als Autor und Produzent in Personalunion.

Insofern ist die neue Platte der Schauspielerin und Sängerin ein zweites Debüt, hat sie für „Rest“ doch fast alle Texte selbst geschrieben. Auslöser dafür war der Tod der älteren Halbschwester Kate Barry, die einer früheren Beziehung ihrer Mutter Jane Birkin mit dem Filmmusikkomponisten John Barry entstammte. Im Gegensatz zu der mit Mann und drei Kindern skandalfrei lebenden Charlotte war Kate auf dem Selbstzerstörungstrip unterwegs. 2013 stürzte sie in Paris aus einem Fenster und starb. Charlotte Gainsbourg hielt es in der Stadt, in der alles an Kate erinnerte, nicht mehr aus; sie übersiedelte mit ihrer Familie nach New York und schrieb als Trauerarbeit Songtexte.
Ihr Gesang ist zwar immer noch nicht viel mehr als ein Hauchen, doch haben ihre Songs an Persönlichkeit und Dringlichkeit gewonnen. Die Musik dazu stammt vom französischen Technoproduzenten ­SebastiAn sowie Guy-Manuel de Homem-Christo, einer Hälfte des Elektronikduos Daft Punk; mit ihren düster-verträumten Stimmungen ergänzt sie die Texte perfekt. Am Ende siegt das Leben: Im Hidden Track hört man eines von Gainsbourgs Kindern das „ABC“-Lied singen. Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern.

Sebastian Fasthuber in FALTER 46/2017 vom 17.11.2017 (S. 34)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Rest (ltd.Edition) (Charlotte Gainsbourg)
Titelliste
1. 
Ring-a-Ring O' Roses
4:28
2. 
Lying with You
3:18
3. 
Kate
3:40
4. 
Deadly Valentine
6:04
5. 
I'm a Lie
3:29
6. 
Rest
3:38
7. 
Sylvia Says
4:27
8. 
Songbird in a Cage
4:32
9. 
Dans vos airs
3:33
10. 
Les crocodiles
3:17
11. 
Les oxalis
7:57

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