Beautiful Rewind

von Four Tet

Derzeit nicht lieferbar

Label: Text
Format: CD
Genre: Electronic/Dance
Umfang: 11 Tracks, Gesamtspielzeit 40:04 Min.
Erscheinungsdatum: 25.10.2013

Rezension aus FALTER 46/2013

Klangforscher mit Respekt

Ein dumpfer Breakbeat bricht los, abgehackte Glockenklänge ertönen, und im Hintergrund murmelt jemand eine unverständliche Phrase, wieder und immer wieder. Das Eröffnungsstück "Gong" von Four Tets neuem Album "Beautiful Rewind" klingt hektisch, düster und beklemmend wie ein Stroboskopgewitter im Drogenrausch.
Frühe Fans seiner Musik mag das verschrecken. Vor allem solche, die den Briten für "Rounds" lieben, das Album, das ihm vor zehn Jahren den Durchbruch sowie Fans von Thom Yorke bis Bruce Springsteen bescherte.
"Rounds" war ein im Schlafzimmer produziertes Meisterwerk an der Schnittstelle von Postrock, Hip-Hop und verspielter Electronica. Ein Stück Musik, das der damals 25-Jährige mit Hilfe seines Laptops zur Gänze aus Versatzstücken obskurer Flohmarktschallplatten zusammengebaut hatte.

Seiner Arbeitsweise ist Four Tet alias Kieran Hebden treu geblieben. Nur waren es bei "Beautiful Rewind" nicht verstaubte Jazz- und Folk-LPs, die er als Sampling-Steinbruch nutzte, sondern Kassettenaufnahmen von Londoner Piratenradiostationen.
Rauschende Jungle-Beats, tiefergelegter kitschiger R&B-Gesang und derbe Sprüche britischer Rapper ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album – und vermählen sich auf stimmige Weise mit feingliedrigen Synthesizer-Sounds, die für Hebden typisch sind. Ein Spagat, zu dem ihn ein Aufsatz des Minimal-Music-Komponisten Steve Reich inspirierte. Der meint da­rin, dass ihn afrikanische Rhythmik seit jeher sehr beeinflusse, er aber trotzdem ausschließlich mit traditionell westlichen Orchestern arbeite. Aus Respekt vor dem Anderen.
Analog dazu machte sich Hebden auf die Suche nach seiner klanglichen Heimat; nach Sounds, denen er sich historisch und geografisch verbunden fühlt. Fündig wurde er in seinem Kinderzimmer. Dort lagerten noch hunderte Kassetten, die er in den 1990ern aus dem Radio aufgenommen hatte – in einer Zeit, als die Londoner Clubmusik eine Hochphase erlebte.

Mit damals frischen Strömungen wie Garage, wo DJs tiefe Bassfrequenzen mit gebrochenen House-Beats und süßlichen Frauenstimmen kreuzten. Ein Stil, der – wiederbelebt von jungen Künstlern wie Disclosure – derzeit einen zweiten Frühling erlebt und die britischen Clubs dominiert.
Hebden sieht "Beautiful Rewind" aber keinesfalls als Beitrag zu dieser Revival-Bewegung; sein Umgang mit den Quellen-Sounds gehe über die bloße Referenz hinaus, sagt er.
Tatsächlich werden Samples im Laptop des Künstlers zu Instrumenten. Er loopt kurze Fragmente, baut daraus Melodien und verwebt sie zu einem bislang ungehörten Soundgebilde. Einem Soundgebilde, das die Vergangenheit und die Zukunft gleichzeitig ins Jetzt holt.

Florian Obkircher in FALTER 46/2013 vom 15.11.2013 (S. 27)

  Song-Titel
1.  Gong 3:14
2.  Parallel Jalebi 3:53
3.  Our Navigation 3:53
4.  Ba Teaches Yoga 3:19
5.  Kool FM 5:09
6.  Crush 2:25
7.  Buchla 4:11
8.  Aerial 5:56
9.  Ever Never 0:31
10.  Unicorn 3:30
11.  Your Body Feels 4:03

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