511593

von Electric Indigo

€ 16,80
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Label: Imbalance Computer Music
Format: CD
Genre: Electronic/Dance
Erscheinungsdatum: 23.03.2018

Rezension aus FALTER 13/2018

Jung an Tagen, kompromisslos und jung im Kopf

Vor 20 Jahren erlebte experimentelle elektronische Musik aus dem Laptop in der Szene um das Wiener Label Mego einen ersten Höhepunkt. Geforscht wird nach wie vor und bisweilen mit sehr spannenden Ergebnissen. Als wichtigster heimischer Export der Generation nach Fennesz gilt seit „Das Fest der Reichen“ (2016) Stefan Juster, der als Jung an Tagen veröffentlicht. Kürzlich ist das neue Album „Agent im Objekt“ (Editions Mego) erschienen. Zartbesaitete schimpften elektronische Musik früher gern „entmenschlicht“, für die Tracks von Jung an Tagen gilt das tatsächlich ein bisschen. Obwohl sie mitunter an den psychedelischen Ambient gefälligerer Acts erinnern, erlauben sie kein Sich-fallen-Lassen. Dafür sind die Sounds zu schroff. Manchmal marschiert die Bassdrum zwar, tanzen können zu Jung an Tagens dezidiert unfunky Techno aber wohl nur Roboter.
Electric Indigo agiert ähnlich kompromisslos. Früher für straighte Techno-Sets bekannt, hat sich die Wienerin mit der Zeit in Richtung abstrakte Elektronik entwickelt. Nach vielen EPs und DJ-Mixes bringt sie mit „511593“ (Imbalance Computer Music) nun ihr spätes Debütalbum heraus. Zunächst wirkt die Musik kühl und unzugänglich, doch schälen sich mit der Zeit interessante Stimmungen, kunstvoll verfremdete Stimmen und gebrochene Beats heraus. Das ist kein Futter für den Dancefloor, sondern Stoff fürs konzentrierte Hören daheim.
Dass Experimentierfreude jung hält, lebt der seit über 40 Jahren aktive Ryuichi Sakamoto vor. Seine Karriere umfasst frühe Technopop-Erfolge mit dem Yellow Magic Orchestra und ausgezeichnete Soundtracks, auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat sich der Japaner indes nie. „Glass“ (Noton) nahm er gemeinsam mit dem Kollegen Alva Noto als Hommage an das minimalistische Glass House ebendort auf. Wie so viele Werke Sakamotos findet es eine schöne Balance zwischen Kunstfertigkeit und Schlichtheit.

Sebastian Fasthuber in FALTER 13/2018 vom 30.03.2018 (S. 34)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Glass (Ryuichi Sakamoto)
Agent im Objekt (Jung an Tagen)

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