The Magic Whip

von Blur

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Label: Parlophone Label Group (PLG)
Format: CD
Genre: Rock englischsprachig
Umfang: 12 Tracks, Gesamtspielzeit 51:42 Min.
Erscheinungsdatum: 24.04.2015


Rezension aus FALTER 18/2015

Den einstigen Britpop-Göttern Blur gelingt der Spagat zwischen gestern und heute

Um 2005 war die Luft draußen, die Ex-Britpop-Götter Blur nahmen eine Auszeit – Ende ungewiss. Ihr Gitarrist Graham Coxon war zwei Jahre zuvor ausgestiegen, Sänger Damon Albarn hatte die Rockmusik scheinbar hinter sich gelassen und erkundete mit der Comic-Band Gorillaz und auf Platten wie „Mali Music“ Dub und Hip-Hop, Jazz und westafrikanische Musik.
Diese Vorlieben prägten 2003 schon das Album „Think Tank“. Sein sanfter, elektronischer Grundton hatte nur wenig mit den früheren Gassenhauern gemein. Es wirkt wie das introvertierte Abschiedswerk einer Band, die die Schnauze voll hatte vom schrillen Schein des Superstar-Daseins.
2009 kam es überraschend zur Wiedervereinigung für eine Reihe von Festivalkonzerten. Albumgerüchte wurden aber stets dementiert. Angeblich hätte sich das auch nicht geändert, wäre nicht 2013 ein Festival in Japan abgesagt worden. Blur hatten dadurch unfreiwillig fünf Tage Tour-Pause in Hongkong und mieteten ein Tonstudio.
Die Sessions führten zu 15 Songskizzen, die Coxon daheim in London heimlich verfeinerte. Als er die Ergebnisse der Band vorspielte, war er nervös, wie er dem Magazin Uncut gestand: „Beim ersten Song wirkte Damon noch unsicher, beim zweiten fing er an zu fluchen, beim dritten tanzte er durch den Raum.“ Nach diesem Abend war das achte Blur-Album „The Magic Whip“ beschlossene Sache.

Es hört sich an wie der Querschnitt aus einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte. Songs wie „Lonesome Street“ und „I Broadcast“ rotzen lässig dahin und erinnern an Blurs „Cool Britannia“-Phase der mittleren 1990er; diesen stehen fragile Balladen mit experimentellem Ansatz gegenüber, die nach „Think Tank“ klingen.
Am besten gelingt der Spagat zwischen Blur damals und Blur ­heute, zwischen Pop und Freiform im sechsminütigen Epos „Thought I Was a Spaceman“. Wenn Blur die Schleusen öffnen, wenn Albarns melancholischer Gestus auf außerirdische Mellotron-Sounds und verhalten-hymnische Melodien trifft, klingen sie, als hätten sie ihren Weg in die Zukunft gefunden. Sofern man sich diese überhaupt zugesteht.

Florian Obkircher in FALTER 18/2015 vom 01.05.2015 (S. 41)

Titelliste
1. 
Lonesome Street
4:23
2. 
New World Towers
4:03
3. 
Go Out
4:41
4. 
Ice Cream Man
3:25
5. 
Thought I Was A Spaceman
6:16
6. 
I Broadcast
2:51
7. 
My Terracotta Heart
4:05
8. 
There Are Too Many Of Us
4:25
9. 
Ghost Ship
4:59
10. 
Pyongyang
5:47
11. 
Ong Ong
3:08
12. 
Mirrorball
3:39

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