You Want It Darker

von Leonard Cohen

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Label: SMI COL
Format: CD
Genre: Pop englischsprachig
Umfang: 9 Tracks, Gesamtspielzeit 36:08 Min.
Erscheinungsdatum: 21.10.2016

Rezension aus FALTER 42/2016

Leonard Cohen: Der gütige dunkle Lord nimmt Abschied von allem Irdischen

Heuer am 28. Juli ist Marianne Ihlen 81-jährig in Oslo verstorben. Die Popwelt kannte die Norwegerin als Muse Leonard Cohens. Sie zierte 1969 die Coverrückseite seines zweiten Albums und inspirierte den kanadischen Songwriter zu frühen Liedern, allen voran „So Long, Marianne“. Getroffen hatten sich die beiden Freigeister in Griechenland noch vor der Verwandlung des Gedichteschreibers in einen der größten Poeten des Pop; ihre Freundschaft sollte die Trennung nach einigen Jahren Beziehung um viele Jahrzehnte überdauern.
Kurz vor ihrem Tod erreichte Ihlen eine letzte Nachricht Cohens. Er wünscht ihr alles Gute für die letzte Reise, versichert ihr seine Liebe und kündigt an, ihr bald auf ihrem Weg zu folgen: „Know that I am so ­close behind you that if you stretch out your hand, I think you can reach mine.“

Leonard Cohen ist der dunkle Lord der Popmusik. Der gütige dunkle Lord wohlgemerkt. Seine Musik wurde Generationen zum Soundtrack für Liebskummer, Schwermut und innere Zerrissenheit. Cohen selbst, der stets in feinen Zwirn gekleidete Sir unter den herausragenden Popkünstlern der 1960er- und 70er-Jahre, war selbst stets ein spirituell Suchender und von Depressionen Gebeutelter. „Anything, Roman Catholicism, Buddhism, LSD, I’m for anything that works“, zitiert der New Yorker eine alte Aussage des Musikers.
Mitte der 1990er hatte ihn die Suche in ein Zenkloster in den Bergen nahe Los Angeles geführt. Als er nach Jahren wieder herabstieg, hatte die Assistentin sein gesamtes Guthaben veruntreut. Cohen startete ein Comeback, veröffentlichte neue Platten, fand spät Gefallen an Konzerten und begeisterte mit einer mehrjährigen Tournee, die knapp 400 Auftritte umfasste.
Mit „You Want It Darker“ veröffentlicht der 82-Jährige nun ein fantastisches Album, das fünfte, seit er 2001 mit „Ten New Song“ zurückgekehrt ist. „I’m ready, my Lord“, übersetzt er seine Zeilen an Marianne Ihlen im Titelstück in einen überwältigenden Song. Die Stimme, tiefer und eindringlicher als je zuvor, ist eine sanfte Naturgewalt, unerschütterlich in sich ruhend: „You want it darker / We kill the flame.“
Dazu minimalistische elektronische Musik und ein jüdischer Chor – ein Traum. Mit den weniger dramatisch angelegten, aber ähnlich wirkungsvollen restlichen acht Songs fügt er sich zu einem reduziert arrangierten Meisterwerk, das zum zweiten großen Requiem dieses Popjahres werden dürfte. Doch während David Bowies Tod zu einer letzten überraschenden Inszenierung wurde, nimmt Cohen, alt und krank, hier in aller Form Abschied.

Gerhard Stöger in FALTER 42/2016 vom 21.10.2016 (S. 29)

  Song-Titel
1.  You want it darker 4:44
2.  Treaty 4:02
3.  On the level 3:27
4.  Leaving the table 3:47
5.  If I didn't have your love 3:36
6.  Traveling light 4:22
7.  It seemed the better way 4:21
8.  Steer your way 4:23
9.  String reprise / Treaty 3:26

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