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Label: Deutsche Grammophon
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 51-52/2000

Die Frage nach dem Sinn immer neuer Gesamteinspielungen der Beethoven-Sinfonien verfehlt als das Totschlagargument aller Kritik an der Klassikindustrie selten ihre polemische Wirkung. Allein: Ganz so einfach ist es nicht. Erstens geht es eben nicht nur ums Werk, sondern auch um seine Interpretation, und zweitens kann sich ein Dirigenten-Orchester-Gespann kaum je so umfassend darstellen wie anhand von Beethovens vielseitigem sinfonischem Gesamtwerk. So gesehen wurde es sogar höchste Zeit, dass Claudio Abbado und seine Berliner Philharmoniker nun ihren Beethoven-Ziegel vorlegen und damit so etwas wie die Quintessenz ihrer Zusammenarbeit hörbar machen, bevor Simon Rattle das Orchester übernimmt. Der Generationswechsel, den Abbado seit Karajans Tod 1989 forcierte, ist unüberhörbar: In Berlin sitzen jede Menge junger Musiker am Pult, die nicht nur wissen, wie man Originalklang buchstabiert, und dabei trotzdem, mitsamt ihren "modernen" Instrumenten, in bester philharmonischer Tradition stehen. Auch der Chef selber nahm sich einige Ergebnisse der historischen Aufführungspraxis zu Herzen, verkleinerte den Apparat, beschleunigte hier und dort die Tempi und gab sich doch voll der - bei ihm ziemlich herben - Schönheit des Klangs hin. So entstand zwar keine Revolution, aber eine sehr stimmige Synthese aus Transparenz, Griffigkeit und Klangverliebtheit. Kurz: ein packender, klassisch-moderner Beethoven, für Einsteiger wie für Profis bestens - auch als Geschenk - geeignet.

in FALTER 51-52/2000 vom 22.12.2000 (S. 86)


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