MAGIC OF SATIE

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Rezension aus FALTER 32/2002

Komisch, dass Erik Satie (1866-1925) von DJs nicht schon längst für die moderne Lounge-Beschallung entdeckt wurde. Der Mann darf als Erfinder der Hintergrundmusik gelten; "musique d'ameublement" nannte er das, Einrichtungsmusik, die man gar nicht bewusst wahrnehmen sollte. Auf seiner derzeit entstehenden Gesamteinspielung von Saties Klavierwerk zeigt Steffen Schleiermacher, dass der französische Exzentriker aber auch anders konnte. Mit der stoischen Ruhe eines musikologisch gut gerüsteten und gesamteinspielungserfahrenen (John Cage) Pianisten widmet er sich auf dem neuen zweiten Band einigen entrückten Stücken ("Sonneries", "Danses Gothiques"), die im Dunstkreis diverser religiöser Sektierer entstanden, denen sich Satie für einige Zeit angeschlossen hatte (bevor er schließlich seine eigene Kirche gründete). Das alles wie gewohnt in der hervorragenden Raumklangqualität seines Stammlabels MDG, sodass aus dem Zyklus eigentlich eine ergiebige Samplequelle werden könnte. Der Trick bei Satie ist die Kombination aus technischer Perfektion und beiläufiger Leichtigkeit, vor allem bei den schwebenden, simpel gestrickten Klangmöbeln - und diesen Trick hat Jean-Yves Thibaudet ziemlich gut drauf. Anders als der thematisch vorgehende Schleiermacher beginnt der Franzose seine angekündigte Gesamteinspielung mit Saties bekanntesten Werken, den "Gnossiennes" und den "Gymopédies". Und anders als bei MDG wurde Thibaudets Klangpracht im Studio wohl noch etwas nachpoliert. Die perfekte Einstiegsdroge.

in FALTER 32/2002 vom 09.08.2002 (S. 46)


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