Mendelssohn (DLX)

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Rezension aus FALTER 5/2009

Matt läuft das Haydnjahr 2009 an. Dabei gälte es heuer sogar, noch zweier anderer ganz großer Komponisten zu gedenken: Georg Friedrich Händel (250. Todestag) und Felix Mendelssohn Bartholdy (200. Geburtstag). Doch von der kreativen Geschäftigkeit, wie sie das Mozartjahr 2006 prägte, ist auf den Bühnen kaum etwas zu spüren.

Auch der Schallplattenmarkt bietet allenfalls Pflichtprogramm, fast so, als gäbe es zu diesen Meistern nichts Neues mehr zu sagen. Bezeichnend etwa das Majorlabel Warner, das zum Händeljahr keine Neueinspielungen auflegt, sondern sein Archiv durchforstet – und damit offenbart, welch große Bedeutung es einmal hatte.

Denn beeindruckend sind sie schon, jene beiden (preisgünstigen) 6-CD-Boxen der "Händel-Edition" mit Händels Oratorien ("Messiah", "Israel in Egypt", "Samson" u.a.) Auch wenn man den Aufnahmen von John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt und Ton Koopman ihre Entstehungszeit in den 70ern und 80ern anhört, haben sie an Gültigkeit nichts verloren.

Dennoch: Wie sehr sich die Klangideale der historischen Aufführungspraxis bis heute gewandelt haben, zeigt immerhin die Deutsche Grammophon anhand eines neuen Albums mit Händel-Arien. Das Label hat mit Paul McCreesh ja auch einen der führenden Händel-Experten unserer Zeit unter Vertrag, der Rolando Villazón in seiner zweiten Karriere als Barocksänger fachkundig unterstützt.

Gewagtere Neuansätze der Händel-Interpretation findet man naturgemäß eher bei kleinen Labels, etwa bei der MDG (Gramola). Siegbert Rampe hat für das deutsche Audiophilie-Label Händels vorwiegend während dessen Hamburger Zeit (1703–1706) entstandene "Clavierwerke" eingespielt – und verwendet für diese prachtvoll-barocken Suiten und Chaconnes ein voluminöses 16-Fuß-Cembalo.

Das ist ungewöhnlich, aber historisch überzeugend begründbar – und sorgt für eine beeindruckende Klangfülle, die – sicher nicht ungewollt – bisweilen ins Pompöse reicht.

Dürftiger sieht es bei Mendelssohn aus. Von den prominenten Interpreten hat bislang einzig Anne-Sophie Mutter eine Neueinspielung vorgelegt. Die ist dafür rundum gelungen und vereint mit dem Violinkonzert, dem Klaviertrio d-moll und der Violinsonate F-Dur gleich drei Klassiker (DGG).

Carsten Fastner in FALTER 5/2009 vom 30.01.2009 (S. 21)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Clavierwerke (Siegbert Rampe, Georg Friedrich Händel)
Vol.4/Messiah/Samson/Arias
VOL.5/SEMELE/ISRAEL IN EGYPT/DIXIT DOMINUS/ZA
Arias (Rolando Villazón, Georg Friedrich Händel)

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