Paper covers stone

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Verlag: Glitterhou
Genre: Pop/Rock
Erscheinungsdatum: 07.09.2009

Rezension aus FALTER 37/2009

Es gibt Musiker, denen schmiert ihre Teilnahme am Woodstock-Festival noch heute die Butter aufs Brot. Mit dem ewiggleichen Repertoire tingeln sie von Altherrenclub zu Altherrenclub, von muffigem Open Air zu muffigem Open Air. Aber es gibt auch das Gegenstück: Die großen Creedence Clearwater Revival (CCR)etwa waren auch dabei, als das Hippieglück im Schlamm versank. Gebucht als einer der Festival-Headliner, haben sie aber jegliche kommerzielle Auswertung ihres Auftritts untersagt.
Dass der einstige CCR-Sänger John Fogerty nun ausgerechnet zum 40-jährigen Woodstock-Jubiläum mit einem neuen Album auftaucht, ist also reiner Zufall. Dass "Rides Again" (Verve) einmal mehr jene Sonne aufgehen lässt, die am kitschigen Cover versinkt, ist es nicht. Der Mann ist einfach saugut; immer noch und immer wieder. Diesmal hat er seinen besten Stetson ausgepackt, das feinste Hemd und die edelste Lederjacke – und kurzerhand eine bei aller Traditionspflege doch äußerst schmissige Coun­tryplatte eingespielt; konzeptionell knüpft sie an sein Solodebüt "The Blue Ridge Rangers" aus dem Jahr 1973 an. Produziert und arrangiert hat Fogerty selbst, sein Fan Bruce Springsteen wirkt beim hymnischen Schlusssong als Duettpartner mit.
Wo Fogerty ordentlich die Kuh fliegen lässt, setzt Larry Jon Wilson auf die Kraft der Reduktion: Sein im Vorjahr zu Unrecht wenig beachtetes und vom Avantgardepoplabel Drag City jetzt neu aufgelegtes Comebackalbum "Larry Jon Wilson" präsentiert den jahrzehntelang untergetaucht gewesenen Folk- und Countryeigenbrötler aus den 70ern in großer Form. Eine vom späten Johnny Cash nicht allzu weit entfernte Stimme, eine akustische Gitarre und eine Violine genügen hier zum berührenden Glück, das sich über zwölf traurige bis vorsichtig optimistische Songs verteilt.
Sehr zurückgenommen präsentiert sich auch die nicht eben für ihr sonniges Gemüt bekannte Americana-Institution Willard Grant Conspiracy auf "Paper Covers Stone" (Glitterhouse). Neue und im Akustikformat neu arrangierte ältere Songs durchmessen das Tal der tausend Tränen, im direkten Vergleich mit Larry Jon Wilson wirkt die Umsetzung in sechsköpfiger Besetzung samt Steve Wynn (Dream Syndicate) als helfende Hand bei aller Reduktion aber doch wieder opulent.

Gerhard Stöger in FALTER 37/2009 vom 11.09.2009 (S. 24)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

BLUE RIDGE RANGERS RIDES A (John Fogerty)
Larry Jon Wilson (Larry Jon Wilson)

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