Master Of My Make-Believe

von Santigold

€ 21,40
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Label: Warner Music International
Format: CD
Genre: Pop englischsprachig
Umfang: 12 Tracks
Erscheinungsdatum: 04.05.2012


Rezension aus FALTER 18/2012

"Dieser ganze Social-Media-Kram!"

Dancepop mit Melodie und rebellischem Gestus: Die US-Musikerin Santigold meldet sich mit ihrem zweiten Album zurück

Vor vier Jahren war sie plötzlich da. Mit einem fantastischen Album, das zwischen hitzigem Postpunk, Dub-Grooves und kühlem Pop pendelte. Mit der Single "L.E.S. Artistes", die Hipster-Kids ebenso wie alternden Musikjournalisten die Ohren putzte. Und mit einem markanten Auftreten: kreischbuntes Outfit, dazu zwei Bodyguard-Tänzerinnen an ihrer Seite. 2008 war Santogold der personifizierte Zeitgeist.
Danach wurde es aber schnell wieder still um die New Yorker Künstlerin. War sie ausgebrannt? Nicht wirklich. Sie tourte lange, schrieb Songs für Popsternchen wie Christina Aguilera und verlor einen Rechtsstreit, weswegen sie sich in Santigold umbenennen musste.

Außerdem arbeitete sie an ihrem zweiten Album "Master of My Make-Believe". Warum sie dafür vier Jahre gebraucht hat, weiß sie aber selber nicht. "Ich realisiere das eigentlich erst jetzt, wenn mich Leute fragen, warum zur Hölle es so lang gedauert hat", sagt sie und lacht. "Ich lebte einfach in meiner Blase und habe Musik gemacht."
Santigolds Präsenz kann man sich kaum entziehen. Den Oberkörper nach vorne gebeugt sitzt sie da, fixiert ihr Gegenüber, auf den Lippen ein entwaffnendes Lächeln. Sie wirkt aufmerksam, witzig und klug. Wie die beste, coole Freundin, die man nie hatte. Santigold ist auch vier Jahre nach ihrem ersten Album noch ganz die Alte. Die Welt um sie herum aber hat sich verändert.
"Mein Debüt kam am Anfang des Blog-Zeitalters heraus, auch Twitter war damals ganz frisch", sagt sie. "Musikerin zu sein ist heute anders. Dieser ganze Social-Media-Kram! Oft sitze ich in meiner Küche und frage mich, was könnte ich noch fotografieren und auf Facebook hochladen?"
Santi White, wie die 35-jährige Musikerin bürgerlich heißt, ist kein digital native. "Wir leben in einer Zeit, in der Leute sich über Status-Updates definieren, während sie in dunklen Zimmern sitzen", sagt sie. "Es ist wunderbar, falsche Identitäten zu kreieren und Images zu erschaffen. Irgendwann musst du aber auch raus und diese Ideen leben!" Ist das Internet also böse? Nein. Eigentlich spiegle das neue Album sogar eine wichtige gesellschaftliche Entwicklung wider, die erst das Internet ermöglicht habe, meint Santigold.
"Die meisten Songs habe ich schon vor der Occupy-Bewegung und dem Arabischen Frühling geschrieben", erzählt sie. "Aber sie tragen diese Grundstimmung in sich. Dieses Brodeln, diese Unruhe, die wir derzeit überall auf der Welt spüren. Dank des Internets kriegen wir diesen globalen Unmut ungefiltert mit. Die Menschen wollen die Wahrheit hören. Und diese Forderung, diese Energie, versuche ich in meiner Musik zu bündeln."

Schon "GO", der Auftaktsong des neuen Albums, verdeutlicht das. Die Beats erinnern an ein Maschinengewehrfeuer, die Synthesizer an Sirenen. "So klingt die Revolution", sagt Santigolds Förderer Jay-Z, seines Zeichens Hip-Hop-Superstar.
"GO!" gibt die weitere Marschrichtung vor: Stürmische Hymnen, getragen von Baile-Funk-Rhythmen, Dancehall-Elementen und Elektrobeats. Hymnen, die Santigold stets auch mit tollen Melodien überzuckert. War der Spagat Absicht? "Klar. Ich würde auch gar nicht sagen, dass Zorn der Motor dieser Platte war. In erster Linie wollte ich Songs schaffen, die möglichst viele Menschen inspirieren. Songs, die Menschen dazu bringen, aufzustehen und ihren Zorn zu kanalisieren."

Florian Obkircher in FALTER 18/2012 vom 04.05.2012 (S. 32)

Titelliste
1. 
Go!
Santigold / Karen O
3:24
2. 
Disparate Youth
Santigold
4:44
3. 
God From The Machine
Santigold
3:52
4. 
Fame
Santigold
3:28
5. 
Freak Like Me
Santigold
2:17
6. 
This Isn't Our Parade
Santigold
3:53
7. 
The Riot's Gone
Santigold
3:30
8. 
Pirate In The Water
Santigold
2:54
9. 
The Keepers
Santigold
3:34
10. 
Look At These Hoes
Santigold
2:57
11. 
Big Mouth
Santigold
3:11
12. 
Keine Titelinformation (Data Track)
Santigold
 

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