Tell Me How You Really Feel (Ltd.Dlx.Bookpack)

von Courtney Barnett

€ 23,50
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Label: MARATHON ARTISTS
Format: CD
Genre: Rock englischsprachig
Erscheinungsdatum: 18.05.2018


Rezension aus FALTER 26/2018

Ich werde nie wieder jemand anderen lieben

Ist das von Jochen Distelmeyer? Der aus Gitarre und Bass bestehende Anfang des Songs „Pristine“ klingt haargenau wie dessen Band Blumfeld auf ihren ersten beiden Alben Anfang der 90er. Zu der Zeit war Lindsey Jordan alias Snail Mail noch nicht einmal auf der Welt. Das hindert sie nicht daran, jetzt da anzuschließen, wo Indierock vor 25 Jahren einmal stand. Die 1999 geborene US-Sängerin und Gitarristin erwischt einen gleich mit dem ersten Song auf ihrem Debütalbum „Lush“ (Matador). Spätestens beim Refrain, in dem sie voll jugendlichem Gefühlsüberschwang die Zeile „I’ll never love anyonye else“ singt, ist es passiert: Der Hörer hat sich in diese Stimme verliebt. Was auch daran liegt, dass Jordan in dem Moment nicht traurig, sondern euphorisch klingt. Süßer Vogel Jugend! Der vorwiegend grüblerische, aber nie zu Tode betrübte Rest der Platte ist fast ebenso großartig.
Direkt danach das neue Album der Singer-Songwriterin Courtney Barnett aufzulegen, ist kein Fehler. „Tell Me How You Really Feel“ (Mom & Pop) ist zwar nicht so kurzweilig wie ihr erfrischendes 2015er-Debüt „Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit“, das voller gescheiter und witziger Songs war. Dafür geht es, wie der Titel schon nahelegt, emotional tiefer. Der Blick geht oft nach innen, Nachdenklichkeit regiert. Es gibt aber auch Ausreißer wie den feministischen Punk-Song „I’m Not Your Mother, I’m Not Your Bitch“.
Zu den erfreulicheren Erscheinungen der heimischen Indieszene zählt das Wiener Quintett Vague, das mit „Land“ (Siluh) ebenfalls gerade sein zweites Album vorgelegt hat. Ihre Säulenheiligen – daran lässt die Musik keinen Zweifel – sind britische Bands der frühen 80er, besonders Einflüsse von The Cure sowie von Joy Division an der Schwelle zu New Order. Dazu kommt ein Hauch moderner Dream Pop. Vague verstehen sich auf hell- bis dunkelgraue Lieder, in denen sich baden lässt wie in süßem Selbstmitleid.Sebastian Fasthuber

Sebastian Fasthuber in FALTER 26/2018 vom 29.06.2018 (S. 33)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Land
Lush (Snail Mail)

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