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Rezension aus FALTER 44/2000

Der Skandinavier ist bei ECM gut aufgehoben, nicht zuletzt, weil der viel zitierte "ECM-Sound" von Herrn Kongshaug im Rainbow Studio in Oslo hergestellt wird. In Oslo wurde 1971 auch der Saxophonist Trygve Seim geboren, der Jan Gabarek und den elektrifizierten Miles Davis als früheste Einflüsse nennt. Im Unterschied zu seinem Landsmann Nils Petter Molv3/4r wird auf Seims ECM-Debüt aber nicht gesampelt, gegrammelt und gekracht, sondern hauptsächlich geblasen. "Breathe" nennt sich denn auch programmatisch eine Komposition mit einer ziemlich peinlich-esoterischen Rezitation ("breathe for yourself and you breathe for the world"), und die Duo-Aufnahmen mit Trompeter Arve Henriksen (Motto: Der Hörer sitzt im Mundstück, und es atmet in uns allen) sind für weniger ätherische Wesen gewöhnungsbedürftig. Ansonsten aber gibt es einige sehr schöne Bläser-Elegien, in denen eingängige Melodien im Zusammenspiel der fünf bis zehn Instrumentalisten immer wieder neu variiert werden - all das in der gewohnten ECM-Brillanz, was bei einem solchen Klangkörper natürlich besonders schön anzuhören ist. Und ab und zu bringt ein flotter 6/8-Takt etwas Schwung in die Blockhütte ("Ulrikas Dans") und auf "African Sunrise", bei dem gleich zwei Drummer mit formidablem ECM-Schlagzeugminimalismus befasst sind, lässt Seim auch seine Freejazz-Vergangenheit aufblitzen.

in FALTER 44/2000 vom 03.11.2000 (S. 66)


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