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Rezension aus FALTER 5/2005

Von den drei Herren sind zumindest zwei nicht völlig von dem Vorwurf gelegentlichen Abgleitens ins Kunstgewerbliche freizusprechen (Nr. 2 & 3), aber auch wenn der gemeinsam geteilte Soundsensibilismus hier zu voller Blüte gelangt, wurzelt er doch nicht in den Gefilden des Geschmäcklerischen. Vielmehr führt das Trio (dr, g, ts) hier die hohe Kunst musikalischer Paradoxien vor: wie man durch konzentrierte Zerstreutheit, nervöse Gelassenheit und träge Erregtheit nicht vom Fleck kommt, ohne auf der Stelle zu treten. Das Ab- und Umschweifige hindert aber niemand, schlicht-schöne Melodien (das Titelstück!) mit einer Innigkeit zu artikulieren, über die ein Keith Jarrett in seinen besten Momenten verfügt. Mitunter erinnert das Album ein wenig an Ornette Coleman auf Valium oder Albert Ayler als freundlichen Frühpensionisten, wird forsch frei Improvisiertes in Country-Schmelz gebettet und ein Einschlafwalzer doch erstaunlich zügig interpretiert. Ganz feine Sache also!

in FALTER 5/2005 vom 04.02.2005 (S. 60)


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