Book of Velocities

von Balke Jon

€ 19,40
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Label: ECM
Format: CD
Genre: Jazz
Umfang: 19 Tracks, Gesamtspielzeit 58:21 Min.
Erscheinungsdatum: 23.10.2007

Rezension aus FALTER 48/2007

Hier swingt der Elch

Wir wollen uns hier aber einmal dem instrumentalen Kollegen widmen, unter welchen Bugge Wesseltoft (bekannt auch als Begleiter der Sängerin Sidsel Endresen) eine Schlüsselstellung zukommt – nicht zuletzt als Gründer des Labels Jazzland, auf dem nun auch sein Album "Im" (Universal) herausgekommen ist. Wesseltoft, der hier zwar meist alleine, aber nicht immer solo spielt, verpasst dem Spiel am Flügel durch ergänzendes Fender Rhodes Piano, Pseudoloops, der Stimme von Mari Boine oder Samples (oha, hier spricht Bush – ein "politisches Statement"?!) ein apartes Design, mit dieser Mischung aus selbstgefälliger Schwermut und Groove nach Vorschrift ist der Kelch mit dem Elch aber sicher nicht zu gewinnen.Die Bedeutung des Jazzkindergartens in Skandinavien ist pisamäßig noch nicht ganz erfasst, aber wer sich einen Überblick über die nordischen Nachtigallen verschaffen will, bevor er eine der im Wochentakt veröffentlichten neuen Alben von Rigmor und Rebekka, Susi, Solveig, Silje und Sidsel kauft, ist mit "Magic Nordic Voices" (Act/Edel) bestens bedient.Ganz anders geht John Balke die Sache an: Der Norweger beweist auf seinem ersten Soloalbum "Book of Velocities" (ECM/Lotus) zwar auch eine Vorliebe für das Spiel im und mit dem Korpus des Klaviers, aber die neunzehn kurzen, so gut wie groove- und melodiefreien Stücke sind entschieden spröder – und zwischen zwei Noten kann man sich auch schon mal eine Dauerwelle legen lassen.In die Vollen hingegen geht der schwedische Exportschlager des Esbjörn Svensson Trio mit seiner Doppel-CD "e.s.t. live in hamburg" (Act/ Edel). Was vor Publikum – nach den lautstarken Reaktionen zu schließen – ganz offenkundig funktioniert, überzeugt auf Konserve weit weniger: Auch wenn es in einer ähnlichen Tradition steht, verfügt e.s.t. lange nicht über die Subtilität der Trios von Keith Jarrett oder Bobo Stenson, sondern wechselt von keineswegs kitschresistenten Balladen zu hochdynamischen, aber dennoch spannungsarmen Stücken, die schlicht zu lang sind – nicht zuletzt, weil das Schlagzeugspiel von Magnus Öström mitunter an die professionelle Performance eines Pornostars erinnert: gnadenlos effektiv und ohne jede Überraschung.

Klaus Nüchtern in FALTER 48/2007 vom 30.11.2007 (S. 72)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Im (Bugge Wesseltoft)
Live In Hamburg (e.s.t.-Esbjörn Svensson Trio)
Magic Nordic Voices (Various)
  Song-Titel
1.  Giada (Original Version) (Chapter I) 3:35
2.  Scintilla (Original Version) (Chapter I) 0:57
3.  Spread (Original Version) (Chapter I) 4:26
4.  Castello (Original Version) (Chapter I) 3:48
5.  Resilience (Original Version) (Chapter I) 3:35
6.  Single Line (Original Version) (chapter II) 2:34
7.  Nyl (Original Version) (chapter II) 3:36
8.  Double Line (Original Version) (chapter II) 3:09
9.  Obsidian (Original Version) (chapter III) 3:26
10.  Sunday Shapes (Original Version) (chapter III) 3:19
11.  Gum Bounce (Original Version) (chapter III) 2:01
12.  Finger Bass (Original Version) (chapter III) 3:23
13.  Contrivance (Original Version) (chapter III) 2:45
14.  Drape Hanger (Original Version) (Chapter IV) 3:16
15.  Septima Llegada (Original Version) (Chapter IV) 2:03
16.  Reel Set (Original Version) (Chapter IV) 1:25
17.  Scrim Stand (Original Version) (Chapter IV) 3:18
18.  Sonance (Original Version) (Epilogue) 4:46
19.  Nefriit (Original Version) (Epilogue) 2:59

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