Sexismus Gegen Rechts

von K.i.z.

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Label: VERTIGO
Format: CD
Genre: HipHop / Rap
Umfang: 18 Tracks, Gesamtspielzeit 63:52 Min.
Erscheinungsdatum: 10.07.2009

Rezension aus FALTER 30/2009

"Jörgi, I miss you!"

Die Goldenen Zitronen veröffentlichen im Herbst ein neues Album. Einer der Songs darauf, "Des Landeshauptmanns letzter Weg", beschäftigt sich poetisch-analytisch mit dem Tod Jörg Haiders.
"Vergessen war der Zwist und der arisierte Grund", heißt es im Text. "Und die Begabung ward lobend genannt, ohne zu fragen, worin sie eigentlich bestand. Und findig eine Pilgerstätte geplant, wo Phaetons Rausch sein Ende fand."

Jetzt liegt es nicht unbedingt nahe, dass sich eine norddeutsche Band mit dem Ende eines österreichischen Provinzfürsten beschäftigt. Trotzdem sind die Hamburger Diskurspunks nicht die Ersten, die einen Haider-Song auf ihrer Platte haben. Das gewitzte Berliner Saubartel-Rap-Quartett K.I.Z. (kurz für: Künstler im Zuchthaus) ist ihnen zuvorgekommen; sein neues Album "Sexismus gegen rechts" überrascht durch ein Lied mit dem Titel "Straight Outta Kärnten".
"Straight outta Kärnten, crazy motherfucker named Jörg", rappen die Mittzwanziger zu einem entspannten Düster-Beat. "Ich seh' die Hakenkreuze auffliegen in Untertassen, dieser Bolschewik Strache hat dich umbringen lassen. Erst Hitler, dann Möllemann, jetzt du, mein Freund, du hast meinen Schwanz gekrault, doch ich hab nur geträumt. Ich ruf nach Jörg Haider, doch mich hört keiner, ich sitz alleine im Dunkeln und spiele Klavier." Dann setzt der tränenerstickte Refrain ein: "Jörgi, Jörgi, Jörg, I miss you, oh, I miss you!"
In der zweiten Strophe setzen K.I.Z. noch einen drauf: "Du warst so gut gebaut, es ist Liebe. Ich stehe heulend vor deinem Wahlplakat und onaniere. Mach beim Begräbnis den Gruß und seh' Licht aus der Gruft, und der Rest der SA schießt für dich in die Luft." Was wohl der Petzibär und der Hobbyrapper Hatze dazu sagen werden?
Schon seit ihrer Gründung vor vier Jahren sorgen K.I.Z., die angeblich eher aus dem Soziologieseminar denn aus dem Ghetto kommen, für kreative Lichtblicke in der von Machowahn, Dumpfgummitum, Humorlosigkeit und kreativer Armut geprägten Berliner Rapszene.

Auch sie haben drastische Texte, die sich häufig und gerne unterhalb der Gürtellinie bewegen; der Tabubruch bleibt – im Unterschied zu Kollegen wie Bushido – aber kaum je langweiliger Selbstzweck. Ähnlich ihren Poppunkkollegen Die Ärzte geben sich K.I.Z. verspielt und selbstironisch; pubertäre Blödsinnigkeiten und hinterfotzige Gesellschaftskritik gehen Hand in Hand.
Großartig etwa das alle Gangster-Rap-Klischees auf den Kopf stellende neue Lied "Das System", in dem sich die Rapper gegenseitig in drastischen Beschreibungen übertrumpfen, wer von ihnen den Allerkleinsten habe: "Ich hab mehr Spaß an meinem Schwanz als diese Gutbetuchten, ich kann wie Sherlock Holmes meinen Pimmel mit der Lupe suchen."

Gerhard Stöger in FALTER 30/2009 vom 24.07.2009 (S. 26)

  Song-Titel
1.  Rohmilchkäse 1:23
2.  Lass die Sau raus 4:22
3.  Halbstark 3:17
4.  Rauher Wind 4:10
5.  Einritt 3:43
6.  Ohrfeige 4:18
7.  Straight Outta Kärnten 2:49
8.  Selbstjustiz 4:00
9.  Scheiterhaufen 3:44
10.  Hurensohn Episode 1 3:49
11.  Preisschild 3:58
12.  Auch Nutten wollen Pendlerpauschale 0:49
13.  Ringelpiez mit Anscheißen 3:22
14.  Das System 4:34
15.  Klopapier 2:27
16.  So Alt 4:08
17.  Töten 4:12
18.  Halbstark 4:47

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