Mantis

von Erik Truffaz

Derzeit nicht lieferbar

Label: Blue Note/EMI
Erscheinungsdatum: 08.11.2001

Rezension aus FALTER 50/2001

Interessant, dass es zwei europäische Trompeter sind, die ganz offenkundig versuchen, an Miles Davis anzuknüpfen: Legt der Norweger Nils Petter Molvaer sein Trompeten-Pneuma über ausgekühlte Ambient-Sounds und einen heterogenen Stilmix, dessen Brüche und Kanten (zumindest auf "Khmer") entscheidend zur ästhetischen Qualität beitrugen, so setzt der Franzose Erik Truffaz auf seinem jüngsten Album auf Reduktion oder, um es weniger freundlich zu sagen: auf Versimpelung. Mitunter hört sich das so an, als hätte man einer Davis-Aufnahme aus den Achtzigern die Keyboards genommen, sie beatmäßig etwas aufgefrischt und einen stellenweise ziemlich penetranten Gitarristen (Manu Codjia) angewiesen, gegen die Eintönigkeit der vordergründigen Basslinien und verhuschten Trompetenmanierismen anzuspielen. Man gewinnt den Eindruck, dass hier gleich einmal die erste Idee als Substanz eines Stücks ausgegeben wird und am Ende alles nur noch Ornament ist: ein bisschen Oud und arabische Klangwelt da, Sprechgesang oder der Einsatz eines Megaphones hier. Alles in allem ergibt das ein erstaunlich unrundes, spannungsloses und erstaunlich langweiliges Album.

in FALTER 50/2001 vom 14.12.2001 (S. 70)


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