Indo-Jazz Fusions 1 & 2

von Joe Harriott, John Mayer Double Quintet

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Label: Redial
Erscheinungsdatum: 27.04.1999

Rezension aus FALTER 28/1999

Der auf den westindischen Inseln geborene Londoner Altsaxophonist Joe Harriott beschrieb die Intention seines programmatisch betitelten Albums "Free Form" ironisch mit: "Go mad - in a quiet way." In der Tat ist das 1960, also im gleichen Jahr wie Ornette Colemans "Free Jazz" eingespielte Album keiner energiegeladenen Ästhetik der Verausgabung verpflichtet, sondern ein tastender Versuch, abstrakte Formensprache und freie Improvisation in Balance zu halten - was nur teilweise gelingt. Vielfach ist der Bruch zwischen den auskomponierten Themen ("Coda" etwa klingt eher nach Modern Jazz Quartett als nach Free Jazz) und den oft recht zögerlichen Improvisationen allzu deutlich, und die Solisten stehen sich eher im Weg, als daß sie einander beflügelten. Auch "Fusion" klang bei Harriot ein bißchen anders, als man sich das heute vorstellt; aber auch hier war der 1973 im Alter von 45 Jahren verstorbene Musiker den meisten seiner Zeit voraus. Noch bevor World Music "in" wurde, verwendeten er und John Mayer Sitar und Tabla, integrierten aber auch Ragas, das Strukturprinzip der indischen Musik, in den Jazz. Bleiben die verschiedenen Idiome auf Titeln wie "Subject" noch relativ scharf getrennt, so gelingt die Verschmelzung auf "Fusion II" zusehends besser. Aber auch auf "Fusion I" findet sich gut verfugtes Ensemblespiel, disziplinierter kontrapunktischer Austausch, und Diwan Motihar (sitar), Joe Harriott, Kenny Wheeler (tp, fl-h) et al. sorgen für einige solistische Glanzlichter. Mitunter etwas "corny" (das Spinett hat in der Fusion-Musik in weiterer Folge eher wenig Fortune gemacht), erinnert der Indo-Jazz ein wenig an die Musik von TV-Serien wie "Mit Schirm, Charme und Melone" - Swinging London eben.

in FALTER 28/1999 vom 16.07.1999 (S. 51)


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