Faith & Courage

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Rezension aus FALTER 28/2000

Schon das Cover weist das neue Album von Sinead O'Connor als perfekte Pfingst-Platte aus: There's a Flämmchen in my Oberstübchen. Oder, um es mit den Worten des Eingangstitels ("The Healing Room") zu sagen: "I have a universe inside me / Where I can go and spirit guides me." Nicht umsonst sieht die irische Sängerin wie die Idealbesetzung für die 72. Jeanne-d'Arc-Verfilmung aus. O'Connor ist - wie bekannt - eine hysterische, hyperventilierende Heulboje; das kann einem fürchterlich auf die Nerven gehen und das kann verdammt großartig sein. "Faith and Courage" tendiert eher Richtung ziemlich großartig. Hat man den "Healing Room" erst passiert, wird man mit "No Man's Woman" entschädigt, einer Unabhängigkeitshymne, die trockene Beats, Streicher (Grüße von den Beatles) und Schweinerockriffs zu einem Crescendo vereint, das beim Hörer sofort Sinead-O'Connor-artiges Doc-Martens-Gehopse auslöst; "Jealous" folgt mit flatternder Kopfstimme; hierauf die relativ sparsam instrumentierten "Dancing Lessons", während der eine Frau mit dem schönen Namen Blandinna Melky Jean schön schwindlig im Hintergrund singt; danach drückt dann "Daddy I'm Fine" mit einem von Björk abgekupferten Intro, E-Gitarren, einer verdoppelten Sinead O'Connor und Whistles schwer auf die Headbanging-Anhangsdrüse. Und auch wenn der Rest des Albums nicht ganz so dicht ist, muss man damit schon verdammt zufrieden sein.

in FALTER 28/2000 vom 14.07.2000 (S. 61)


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