Sonaten Für Klavier & Violine

von Staier,Andreas/Sepec,Daniel

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Komponist: Ludwig Van Beethoven
Label: HARMONIA M
Format: CD
Genre: Kammermusik (instrumental)
Umfang: 8 Tracks, Gesamtspielzeit 54:56 Min.
Erscheinungsdatum: 18.08.2006

Rezension aus FALTER 48/2006

LVB und B

Vor elf Jahren ist Beethovens Geige aufgetaucht - und nun erstmals auf CD zu hören.

Es muss eine "schreckliche Musik" gewesen sein, wenn Ludwig van Beethoven selbst zur Geige griff. "In seinem begeisterten Eifer hörte er nicht, wenn er eine Passage falsch in die Applicatur einsetzte", berichtete sein Schüler Ferdinand Ries - wohlgemerkt lange vor der Ertaubung des Meisters 1819. Zwar wurde Beethoven schon als Kind in Violine und Viola unterrichtet, saß auch als Bratschist im Bonner Theaterorchester und nahm Jahre später in Wien bei seinem Lieblingsgeiger Ignaz Schuppanzigh Nachhilfestunden. Als Instrumentalist aber blieb er doch nur auf dem Klavier so ganz zu Hause.

Als Komponist freilich verstand Beethoven auch von Streichinstrumenten genug, um 17 der besten Streichquartette aller Zeiten zu schreiben und einige zwar weniger bekannte, aber um nichts weniger gute Werke für Geige und Klavier. Neben frühen Tänzen und Variationen entstanden immerhin zehn Violinsonaten, allein neun davon in der kurzen Zeit zwischen 1797 und 1803. Es wird also kaum Zufall sein, dass Beethoven um 1800 von seinem Gönner Fürst Franz Lichnowsky einen vollständigen Satz Streichquartett-Instrumente überreicht bekam: zwei Geigen, eine Bratsche, ein Cello.

Drei dieser Instrumente werden seit Jahrzehnten im Bonner Beethoven-Haus verwahrt, von einer Geige aber fehlte jede Spur. Bis, wie nun bekannt wurde, vor elf Jahren eine betagte Dame aus den USA in Bonn anrief: Gerda Tausig, 1913 in Wien geboren und 1938 über die Schweiz und England nach New Hampshire geflohen, hatte gerade eine leicht lädierte Geige geerbt, die, so das Familiengerücht, in Zusammenhang mit Beethoven stehen könnte. Die Authentifizierung gelang den Experten aus Bonn relativ rasch, nicht zuletzt dank der rabiaten Kennzeichnungsmethode des Komponisten. Wie bei allen seinen Instrumenten brachte er auch auf dem Boden der Geige sein Siegel mit den Initialen "LVB" an - und kratzte vorsichtshalber noch ein großes, schwungvolles "B" in den Lack.

Länger dauerte es, den Weg des Instruments durch die Jahrhunderte nachzurecherchieren, von seiner Entstehung um 1700 vermutlich in Salzburg über Beethovens Nachlass und eine Versteigerung 1827 bis in die USA. Um einen symbolischen Betrag überließ Gerda Tausig die Geige dem Beethoven-Haus, das sich um die Restaurierung kümmerte, in deren Rahmen auch eine umfassende Modernisierung von 1848 rückgängig gemacht wurde. Und nun klingt Beethovens Geige wieder so wie 1802, als Ignaz Schuppanzigh darauf Beethovens Violinsonate c-moll, op. 30/2, uraufführte.

Zu hören ist das jetzt erstmals auch auf CD. Daniel Sepec hat, begleitet von Andreas Staier auf einem ebenfalls historischen Pianoforte (Graf, 1824), eben diese c-moll-Sonate, aber auch die Sonate a-moll, op. 23, sowie Beethovens "Variationen über ,Se vuol ballare' aus Mozarts ,Figaro'" (WoO 40) eingespielt. Obwohl Beethovens Geige kein kräftig klingendes Konzertmeister-, sondern ein eher schmalbrüstiges Kammermusikinstrument ist, wird im leidenschaftlich kämpferischen Opus 30/2 der - bei Beethoven für c-moll so typische - élan terrible der Französischen Revolutionsmusik deutlich.

Besser kann die feine, aber keinesfalls großartige Geige ihre Vorzüge bei den frühen Variationen WoO 40 von 1793 ausspielen, wo sie - gerade im Pizzicato - beinahe die Zartheit eines Glockenspiels erreicht. Eines wird dabei schnell klar: Mit seinem "begeisterten Eifer" dürfte sich Beethoven auf diesem Instrument besonders schwer getan haben.

Carsten Fastner in FALTER 48/2006 vom 01.12.2006 (S. 67)

  Song-Titel
1.  1. Allegro con brio 7:16
2.  2. Adagio cantabile 8:30
3.  3. Scherzo: Allegro 3:12
4.  4. Allegro 5:07
5.  12 Variationen über Se vuol ballare, Signor Contino aus Le Nozze di Figaro F-Dur WoO 40 10:54
6.  1. Presto 7:29
7.  2. Andante scherzo, più allegretto 7:19
8.  3. Allegro molto 5:09

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