Total 10

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Rezension aus FALTER 34/2009

Technopop ist am prickelndsten, wenn die Balance zwischen Kühle und Kitsch, anonymen Klängen und individuellem Ausdruck gelingt. Genau daran versuchten sich Zoot Woman am Beginn des Jahrzehnts. Das englische Trio ließ die 80er wieder aufleben – cool, aber nicht teilnahmslos.
Trotz guter Presse war das Unternehmen kommerziell ein Misserfolg. Zoot-Drittel Stuart Price hat danach Karriere als Produzent von Madonna oder den Killers gemacht. Jetzt ist er zu seinen alten Freunden Johnny und Adam Blake zurückgekehrt, um es noch einmal zu versuchen.
Das neue Album heißt "Things Are What They Used to Be" (Snowhite) und schließt fast nahtlos an "Living in a Magazine" (2001) und "Zoot Woman" (2003) an. Robotische Sounds und Discoelemente, Melancholie und kleine Melodiebögen ergeben wieder­um feine Popsongs für alle Lebenslagen von Tanzen bis Träumen. An den Koordinaten der Sounds hat sich kaum etwas verändert, der Unterschied zu früher ist, dass die Ideen noch um eine Spur griffiger umgesetzt wurden.
Genauso gelungen ist das zweite Album von Sally Shapiro. Weil er sich so schön absurd liest, hier ein Satz aus der Presseinfo zu "My Guilty Pleasure" (Permanent Vacation/Hoanzl): "Die schüchterne Schwedin aus Göteborg, die niemals live auftritt und sogar hochdotierte Angebote einfach in den Wind schlägt, singt am liebsten Lieder im Stil ihres Idols Sandra."
Dem ist nur insofern zu widersprechen, als der Sandra-Vergleich zu weit geht. Sally und ihr Produzent Johann Agebjörn sind Synthiepop-Verrückte und haben in liebevoller Kleinarbeit den Sound von Italo-Disco-Platten aus 1986 nachgebaut und mit einem guten Schuss Eurodance modernisiert.
Eine nette Fleißaufgabe, wären da nicht Sallys sehnsüchtig säuselndes Stimmchen, das man einfach lieben muss, sowie die inzwischen auch beachtlichen Melodien. Noch ein Begriff aus dem Plattenfirmentext: "Schmuse-Disco". Stimmt schon.
Mehr Techno als Pop, aber auch etwas für heimliche Romantiker ist die Musik des Kölner Labels Kompakt. Mit der Doppel-CD "Total 10" (Kompakt/Trost) feiert es einen runden Geburtstag. Tracks von DJ Koze, Justus Köhncke, Wolfgang Voigt und anderen üblichen Verdächtigen, von denen man sich durch Tag und Nacht treiben lassen kann.

Sebastian Fasthuber in FALTER 34/2009 vom 21.08.2009 (S. 16)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

My Guilty Pleasure
Things Are What They Used To Be: Zoot Woman (Zoot Woman)

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