Things To Remember/Ways To Forget

von The Base

Derzeit nicht lieferbar

Label: Bushman Technologies
Erscheinungsdatum: 27.01.2006

Rezension aus FALTER 4/2006

Austrorocknews

Das Jahr ist noch jung, die Anzahl neuer heimischer CDs auf Stromgitarrenbasis aber schon wieder beträchtlich. Mit ihrem zweiten Album "Ticket to Nowhere" (Lo-End/Universal) haben Matt Boroff dabei gerade die Nase vorne. Der in unterschiedlichen Tempobereichen versierte Vorarlberger Dreier um den gleichnamigen US-Gitarristen, Sänger und Songwriter errichtet auf dem sicheren Fundament einer bei aller Wucht beweglichen Rhythmusabteilung hörbar im Blues getränkte Rocksongs, die mehr von erwachsener Abgeklärtheit als von jugendlichem Sturm und Drang haben und so auch in Momenten forschen Losmarschierens angenehm frei von kraftmeierischem Gehabe sind. Das Grazer Trio The Base setzt ebenfalls auf gut geerdete, von Modeströmungen weithin unberührte Gitarrenmusik. Ihr auf zwei formschöne Mini-CDs verteiltes neues Album "Things to Remember/Ways to Forget" (Ixthuluh) kombiniert Akustisches mit Rockigerem, der stimmungsvolle Grundcharakter fungiert als Bindeglied. Und wer Textzeilen wie "I thought that I was bright / but she was brighter / Whenever I was right / she was righter" intoniert, kann ohnehin kein Schlechter sein. Facelift, ebenfalls aus Graz, dürften ihren Status als lokale Größe mit "Impossible Somethings" (Pate/Ixthuluh) untermauern. Darüber hinaus wird sich aber kaum etwas tun, solange das Quartett seinen flotten Gitarrenpop nicht mit der einen oder anderen zündenden Idee jenseits des handwerklich Passablen anzureichern vermag. Skeptic Eleptic und ihre CD "Sick Sick Sick" (Rock'n'Roll Highschool/ Rebeat) muss man dagegen einfach mögen, sofern man nicht immun ist gegen intellektuellenfeindlichen Bubenrock, der sich zwischen poppigem Punk und etwas gröberem Garagenrock erst entscheiden muss, jedenfalls aber vom ersten Moment an beherzt aufs Tempo drückt. Kleine technische Unzulänglichkeiten kompensieren die St. Pöltener durch umso größeren Einsatz, die eine oder andere eingängige Melodie haben sie auch im Programm. Die Wiener Rock-'n'-Roll-Psychos Bloodsucking Zombies From Outer Space wiederum bieten einen verrückten Bandnamen, lustige Schminke im Gesicht und Songtitel wie "Shocktoberfest" oder "Pigblood-Blues". Ihr als "Horror-Psychobilly" angepriesenes Album "A Night at Grand Guignol" (Fiendforce/Ixthuluh) erweist sich allerdings als schwachbrüstig produzierter Kinderschreck; der Sänger wäre bei einer Haarspray-Metalband eventuell auch besser aufgehoben.Das Grazer Trio The Base setzt ebenfalls auf gut geerdete, von Modeströmungen weithin unberührte Gitarrenmusik. Ihr auf zwei formschöne Mini-CDs verteiltes neues Album "Things to Remember/Ways to Forget" (Ixthuluh) kombiniert Akustisches mit Rockigerem, der stimmungsvolle Grundcharakter fungiert als Bindeglied. Und wer Textzeilen wie "I thought that I was bright / but she was brighter / Whenever I was right / she was righter" intoniert, kann ohnehin kein Schlechter sein.

Tiz Schaffer in FALTER 4/2006 vom 27.01.2006 (S. 64)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

A Night at Grand Guignol (Bloodsucking Zombies From Outer Space)
Ticket to Nowhere (Matt Boroff)
Thinks to Remember/Ways to Forget (The Base)
Impossible Somethings (Facelift)
Sick Sick Sick (Skeptic Eleptic)

Rezension aus FALTER 4/2006

Arbeit an der Basis

Gepflegte Melancholie und verhaltene Rockattitüde führt die Grazer Indie-Combo The Base in ihrem neuen Werk zusammen - und sie geht damit auf Österreichtournee.

Ohne das reale Leid des Lebens quetscht man beim Songwriting keine Träne heraus. So stellt sich der Sachverhalt zumindest für Norbert Wally, Kopf und Sänger der Grazer Gitarrenschwerenöter The Base, dar. Deshalb braucht man im aktuellen Albumtitel "Things To Remember/Ways To Forget" erst gar nicht nach einem doppelten Boden suchen. Das quasi konzeptuell angelegte Doppelalbum übt sich auf Things To Remember in einem süßlich-melancholischen Rückblick auf verflossene Liebe und Nächte der Schwermütigkeit, ganz im Gestus des dandyistisch-coolen Leidgenusses. Auf dem zweiten Teil Ways To Forget darf dann auch der böse Gitarrenteufel vorbeischauen. Denn das Vergessen von persönlichen Niederlagen benötigt definitiv mehr aggressive Energie als Erinnern. Der Songtitel "Power of Positive Drinking" macht auch gleich klar, worum es geht: Was nicht passt, wird weggetrunken und zugeschüttet. Sicher nicht originell, aber durchaus gängige Praxis bei enttäuschten Mannsbildern. Privat betreut Wally mit seiner Freundin zwei Kinder, die Band ist trotzdem noch ein fixer Bestandteil seiner Lebensplanung. Obwohl The Base sich schon 1989 erstmals der Öffentlichkeit präsentierten, erschien die erste E.P. "Jet Crash Kills" erst 1996. Während dieses Werk noch von einem etwas schwerfälligen Achtzigerjahre-Düsterpathos durchsetzt war, konnte sich der Low Rock der Gruppe auf dem 2003 erschienenen Album "Sunday Morning Rituals" von unnötigem Ballast befreien, und Rock will hier nicht mehr als Rock sein. Dass das ausgehende letzte Jahrhundert von elektronischem Pop dominiert wurde, spürte Wally laut eigenen Angaben in Bezug auf das Schaffen mit The Base nicht wirklich. Man übte sich stattdessen in Warten und vertraute auf die Unumgänglichkeit der geschichtlichen Wiederholung. Also darauf, ohne schlechtes Gewissen wieder eine Gitarre halten zu dürfen. Denn: "Aufzuspringen wäre peinlich gewesen." Zusätzlich sorgten durchschnittlich zwanzig Auftritte pro Jahr für eine eingeschworene Fangemeinde, vor allem in Graz, ähnlich wie bei den mittlerweile aufgelösten Lokal-Rockheroen Bloom 05. Die nachgesagte Rivalität der beiden Platzhirsche sieht Wally entspannt: "Es gab immer wieder Kooperationen." Die nähere Zukunft bringt einen relativ dichten Tourplan, ausgesuchte Orte wie das Flex in Wien oder der Posthof in Linz werden beglückt. Wie allgemein üblich, werden auch The Base die Gitarren live um einiges lauter drehen, zur offiziellen CD-Präsentation in der Generalmusikdirektion in Graz am 28.1. werden zusätzlich zwei Bläser geladen.

Tiz Schaffer in FALTER 4/2006 vom 27.01.2006 (S. 5)


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