DAILY MIRROR

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Rezension aus FALTER 6/2001

Hefte raus, mitschreiben: Rebekka Bakken. Prägen Sie sich den Namen der norwegischen Singer/Songwriterin ein. Oder noch besser: Besorgen Sie sich ihre jüngste CD, auf der sie vom österreichischen Gitarristen Wolfgang Muthspiel begleitet wird, der ihr auch die meisten der elf Stücke sozusagen in die Kehle geschrieben hat. Von Songs kann nicht uneingeschränkt die Rede sein, denn die vom Österreicher Bernd Hagg verfassten (englischen) Texte ähneln komprimierten Short Stories, die von Muthspiel mit eingängigen Hook-Lines und einer musikalischen Dramaturgie versehen und von der stimmlich überaus versatilen und nachgerade hyperpräsenten Sängerin auf beeindruckende Weise zum Leben erweckt wurden. Selten ward das Feld zwischen Pop und Jazz auf so fruchtbare Weise bestellt wie hier. Joni Mitchell fiele einem etwa ein (Bakken ist freilich weniger depressiv). Es mag schon sein, dass der zweite Teil der CD mit seinen integrierten Rezitativen oder dem Versuch, auch noch ein bisschen Barockpathos herbeizuzitieren, etwas prätentiös geraten ist. Egal. Die Band (neben Muthspiel noch Chris Cheek, sax; Scott Colley, b; Brian Blade, dr) ist untadelig. Meilenweit entfernt von peinlichem Crossover gelingt es ihr, Popappeal mit Jazzphrasierung elegant zu amalgamieren. Einer internationalen Karriere von Rebekka Bakken steht nichts im Wege, und dass die 30-Jährige ziemlich gut aussieht, sollte auch nicht sehr stören.

in FALTER 6/2001 vom 09.02.2001 (S. 58)


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