Konzert Für Klavier & Orchester/+

von Hodges/WRD SO/Rundel/+

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Komponist: Beat Furrer
Label: Kairos
Format: CD
Genre: Soloinstr. mit Orchester
Umfang: 6 Tracks, Gesamtspielzeit 77:45 Min.
Erscheinungsdatum: 13.03.2009

Rezension aus FALTER 14/2009

Logik der Innerlichkeit

Beat Furrer hat bedeutende Werke in allen großen Gattungen komponiert. Eine Neuerscheinung des Gegenwartsmusik-Labels Kairos, das heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert, widmet sich dem Kompositionsprofessor an der Grazer Kunstuni und vereint dabei drei Werkgruppen auf einer CD. Zusammenhänge übergreifender Arbeitsweisen werden erkennbar. Das jüngste hier eingespielte Werk des österreichischen Komponisten schweizerischer Herkunft ist sein Klavierkonzert von 2007. Daneben stehen drei äußerst konzentrierte Vokalmusik-Duos und zwei Kammermusik-Stücke, die sich auf die traditionellen Gattungen Klavierquintett und Klaviertrio beziehen.

Die vokal-instrumentalen Duos "invocation VI", "Fama VI" und "lotófagos I" sind mit den fabelhaften Solisten Eva Furrer (Flöten) und Uli Fussenegger (Kontrabass) vom Klangforum Wien verbunden, jenem Ensemble, das Beat Furrer 1985 gegründet hat und das seither zum österreichischen Aushängeschild avancierte. Hört man "invocation", eine konzertante Auskoppelung aus der gleichnamigen Oper, mit Petra Hoffmann (Sopran) und Eva Furrer (Bassflöte), erschrickt man fast vor einem Erregungs- und Agilitätsniveau, das musikalisch-technisch so organisch gestützt wirkt, als handle es sich um Naturvorgänge. Petra Hoffmann glänzte 2003 auch schon in der Aufführungsserie von Furrers Musiktheater "Begehren" in Graz.

Virtuell sind die Duos vielstimmig, der anspruchsvolle Flötistenpart ist oft in zwei Systemen notiert. "Fama VI" vertont montierte Textausschnitte aus Arthur Schnitzlers Monolog-Novelle "Fräulein Else" (1924). Else findet sich in einer Grenzsituation, in die sie ihr Vater, ein Anwalt, gebracht hat. Dieser veruntreute Mündelgelder und sieht bei einem reichen Bekannten, den Else um Hilfe bitten soll, seine letzte Hoffnung. Dafür hätte sie sich aber - wenigstens andeutungsweise - zu prostituieren. In dieser extremen Situation spaltet sich ihre Ich-Wahrnehmung. Bei Furrer ist diese Spaltung zwischen der deklamierenden und der wispernden Stimme sowie den Luftstößen durch und neben das riesige Rohr der Kontrabassflöte verwirklicht; Klappenimpulse innerhalb des erregten Bewegungsstroms und anderes vervielfachen diese Spaltung. Rätselhaft lange, leise, tiefe Flötentöne fallen auf den Höhepunkt der entfremdeten Selbstbetrachtung. Isabelle Menke deklamiert in der Aufnahme mit wenig Durchdringung.

Ähnliche Vorgehensweisen prägen Furrers Instrumentalmusik. Im Klavierkonzert spaltet das Orchester den Solo-Klavierklang weiter auf. Aus dem permanenten Klavier-Martellato werden vereinzelte Streicher-Pizzikati abgeleitet, aus deren langen Zwischenräumen und den "Klangschatten" des Orchesters die langen Notenwerte des Klaviers und dessen hohe Quasi-Pizzikati. Das WDR Sinfonieorchester Köln und der Pianist Nicolas Hodges erreichen nicht ganz das Niveau des Klangforums.

Herbert Schranz in FALTER 14/2009 vom 03.04.2009 (S. 49)

  Song-Titel
1.  Konzert für Klavier und Orchester (2007) 18:46
2.  Invocation VI (für Sopran und Bassflöte) (2003) 8:45
3.  Spur (für Klavier und Streichquartett) (1998) 12:58
4.  FAMAVI (für Stimme und Kontrabassflöte) (2005) 10:20
5.  Retour an dich (für Violine, Violoncello und Klavier) (1984) 16:39
6.  Lotófagos I (für Sopran und Kontrabass) (2006) 10:17

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