Loss & Love

von Son Of The Velvet Rat

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Label: Monkey Music
Format: CD
Genre: Pop englischsprachig
Umfang: 15 Tracks
Erscheinungsdatum: 22.06.2007

Rezension aus FALTER 25/2007

Das Jahr der Ratte

Es ist keine Schande, eine Ratte zu sein. Im chinesischen Horoskop gelten die im Zeichen der Ratte Geborenen als mutig, und neben vielem anderem wird ihnen ein Talent für Musik und zum Schreiben bescheinigt. "Ratten sind ruhig und scharfsinnig", informiert ein Astrologieportal im Internet, "aber manchmal leiden sie unter seelischer Rastlosigkeit."
Der Mann, der sich Son Of The Velvet Rat nennt, hat mit Astrologie nichts am Hut, aber ganz falsch liegen die Sterne in seinem Fall nicht. Nach seinem hochgelobten Album "Playground" vom Vorjahr beweist Georg Altziebler mit der neuen Songkollektion "Loss & Love" erneut, dass er ein außergewöhnlich talentierter Musiker und Texter ist. "Ich bin viele Umwege gegangen", erzählt er im Gespräch. "Früher habe ich gedacht, es hilft den Songs, wenn ein bisschen Lärm im Hintergrund ist." Den braucht er heute nicht mehr, und dennoch spürt man hinter dem fast stoisch anmutenden Vortrag die brodelnden Konflikte.
Altziebler nennt sich seit 2003 Son Of The Velvet Rat, sein musikalischer Werdegang begann bereits in den Achtzigerjahren. Pure Laine hieß die erste Band, die dann 1995 in Bloom 05 aufging. Beides waren Rockbands, aber wie etwa dem damals unter seinem Wert geschlagenen Bloom-05-Album "Stills & Honey" anzuhören ist, begann sich Altziebler bereits damals in den Sohn der Samtratte zu verwandeln. Als dieser übt er sich bewusst in Verzicht. Die Besetzung mit Gitarre, Beserlschlagzeug, Piano oder Akkordeon bleibt sparsam, lässt der Stimme genug Raum und lenkt nicht vom Wesentlichen ab – den Songs, in die der Steirer sein ganzes Herz legt und die vom Erblühen einer Liebe ("No plans today but time / For love to come alive") bis zum letzten Vorhang ("Death is a friend / When you're ready to go") alles wirklich Wesentliche im Leben zur Sprache bringen. Kein Wunder, dass Altziebler sich auf das Chanson eines Georges Brassens beruft und auch Leonard Cohen als Chansonnier begreift. Überraschender ist es da schon, dass er in diesem Zusammenhang auch den deutschen Polit-Liedermacher Franz Josef Degenhardt erwähnt.
Die zehn neuen Songs auf "Loss & Love" setzen den mit "Playground" eingeschlagenen Weg konsequent fort, sind in ihrer Intimität nur noch eine Spur pointierter gearbeitet. In einer Songwritingschule könnten sie als Lehrbeispiel dafür dienen, wie sich Text und Musik so weit verdichten lassen, bis man zur Essenz eines Stückes gelangt. "Ich glaube, ich bin noch einfacher geworden im Songwriting", bringt es Altziebler auf den Punkt. Er begegnet einem freundlich, geht aber nicht so bald aus sich heraus. Dass er im Büro seiner Plattenfirma monkey. an einem Nachmittag gleich mehrere Interviews hintereinander geben soll, ist für ihn "eine seltsame Erfahrung": "Ich rede normalerweise nicht so viel mit Leuten. Ich mache Musik, um zu kommunizieren."
Im Ausdruck lässt sich Son Of The Velvet Rat live meist von einer Begleitband unterstützen. Den Bass bedient der einstige Bloom-Kollege Albrecht Klinger, das Schlagzeug streichelt Rob Niedl, Veronika Humpel spielt Akkordeon und Heike Binder steuert Backgroundvocals bei. Die Musik funktioniert freilich genauso gut, wenn sich Altziebler ganz allein mit seiner Gitarre auf die Bühne stellt: "Je einfacher man es macht, desto härter und klarer wird das Ding, das man repräsentiert."
Nun ist Son Of The Velvet Rat beileibe nicht der einzige Österreicher, der in den letzten Jahren das Songwriting entdeckt hat: "Früher wollten alle Elektroniker sein, jetzt bezeichnet sich jeder, der eine Gitarre gerade halten kann, als ,Songwriter'. Ich achte jeden, der sich hinstellt und Lieder singt. Aber man muss schon merken können, dass die Lieder etwas mit ihm zu tun haben." Und genau darin liegt das Ausnahmetalent von Altziebler: Song und Sänger bilden eine Einheit; man nimmt Son Of The Velvet Rat jedes Wort ab. "Wenn der Hörer das so empfindet, freut es mich", meint Altziebler mit einem leisen Lächeln um den Mund. "Das haben mir auch die Musiker in Amerika gesagt: ,Bei dir hört man, dass du meinst, was du singst.'"

Der Steirer will es nicht an die große Glocke hängen, aber "Loss & Love" ist in den USA aufgenommen worden: "Dass sich das ergeben hat, war Zufall. Ich hätte die Platte auch in Österreich gemacht." Jedenfalls hatte sich Altziebler für ein paar Tage in Nashville im Studio des alten Uncle-Tupelo- und Wilco-Schlagzeugers Ken Coomer einquartiert. Coomer hat die Platte produziert und Schlagzeug gespielt, die anderen Instrumente wurden von Sessionmusikern gespielt. Im Sound hat der USA-Ausflug freilich Spuren hinterlassen. Die in Richtung Americana und Country gehenden Songs gerieten etwas farbenfroher als zuletzt: "Wenn im Studio eine Hammondorgel steht, dann verwendet man die auch. In Österreich müsste man das Equipment mühsam ins Studio schaffen, in Nashville standen ein Röhrenmischpult, ein Fender Rhodes und ein Flügel herum." Oder das Optigan, ein kleines Piano aus Plastik, das mit einer hauchdünnen Vinylscheibe gefüttert wird und auf Tastendruck wunderbar leiernde Akkorde ausspuckt.
Im "Loss & Love" eröffnenden "Lovesong 8" packt einer seine Albträume in eine Tasche und nagelt sie an die Schlafzimmertür, wo er sie immer sehen und über sie lächeln kann. Macht Songschreiben glücklich? "Es kann Dinge klarer machen. Und wenn ein Song gut ist, ist es schon ein Glücksgefühl."
Übrigens: Das nächste Jahr der Ratte ist erst 2008. Weiß Gott, was Son Of The Velvet Rat dann für Songs auspackt.

Sebastian Fasthuber in FALTER 25/2007 vom 22.06.2007 (S. 64)


Rezension aus FALTER 24/2007

Es gibt wenige heimische Singer/Songwriter, die in den letzten Jahren derart abgefeiert wurden wie Georg Altziebler alias Son of the Velvet Rat. Verlust und Liebe - die Weltendialektik in 45 Minuten als Kompendium würdevollen Leidens gebunden. Dezent arrangiert mit Orgel, Cello und Mundharmonika. Als Produzent fungierte Ken Coomer, der Ex-Schlagzeuger der Querkopf-Folker Wilco und Uncle Tupelo. Kleine Rattenpfote: Nachdem sich die legendären Garage-Rocker Dead Moon 2006 aufgelöst haben, legt Altziebler mit einer Coverversion von "Out in the Blue" einen Trauerflor nieder. "Loss & Love" ist beseeltes Liedgut, das dem Wörtchen "Traditionspflege" den säuerlichern Beigeschmack nimmt.

Tiz Schaffer in FALTER 24/2007 vom 15.06.2007 (S. 10)

  Song-Titel
1.  Intro 0:47
2.  Lovesong #8 2:45
3.  Bad Screenplay / Bad Karma (Are You Ready To Shoot?) 4:21
4.  Fall With Me 3:01
5.  Out In The Blue 3:02
6.  The Knife 3:08
7.  Drift & Dream 2:32
8.  Horsedoctor 3:15
9.  What Makes Me Hurt 2:42
10.  Strange Type Of Sleep 3:14
11.  Sunshine 6:33
12.  Phantom song 2:44
13.  Death is a warm glove 3:15
14.  Leaving you 3:20
15.  Are the angels pretty? (Video)  

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