Line Of Beauty And Grace

von Songs of Claire Madison

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Label: Karate Joe/Trost
Erscheinungsdatum: 02.10.2009

Rezension aus FALTER 41/2009

In der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft – was übrigens auch gilt, wenn die Ruhe eine trügerische ist, weil es unter der Oberfläche ordentlich brodelt. Die reformierte neuseeländische Postpunk- und LoFi-Ikone The Clean ist dafür mit ihrem neuen Album "Mister Pop" (Morr) ein wunderbares Beispiel. Verträumt und schwelgerisch klingen diese bei aller Harmonieseligkeit gerne ein wenig gegen den Strich gebürsteten Lieder, dann packt sie doch wieder der Zug nach vorne. Sixtiespop, Folk, Psychedelic und Krautrock spielen eine Rolle; die Rhythmusbox klopft stoisch, die Orgel orgelt markant, akustische und elektrische Gitarre treiben anregende Spielchen miteinander, und unschuldig-schmachtend vorgetragene Textzeilen wie "Are you really on drugs?" komplettieren das kleine Glück.
Das große, breitwandige Glück im Zeichen edler Popmelancholie hält "The First Days of Spring" (Mercury) bereit, das neue Album des britischen Quartetts Noah And The Whale. In seiner Grundstimmung getragen, ja bisweilen geradezu feierlich, entfaltet sich hier eine große Emotionalität und Intensität; "You can't break my broken heart" lautet eine nicht ganz uncharakteristische Textzeile. Die elf Lieder bieten neben Novembernebelvertonungen aber auch allerlei Erbauliches; die Musik ist mit Streichern und Chören bis hin zum vielstimmigen Jubilieren großzügig ausgestaltet, wirkt dabei aber kein bisschen überladen. Und dass Charlie Fink, der Sänger, Gitarrist und Kopf der Band, in seinem beiläufig-anrührenden Sprechgesang teils frappant an den großen Bill Callahan erinnert, ist auch kein Fehler.
Von der charmanten Wackeligkeit ihres Vorgängers "Visiter" haben sich die übers Jahr zum Trio samt Vibrafonisten gewachsenen Dodos verabschiedet. "Time to Die" (Wichita) verbindet sonnigen Pop ganz ohne Rumpeligkeit mit zärtlichem Indiefolk und erweist sich so als unaufdringlicher Botschafter der guten Laune.
Abteilung kurz und gut: Der burgenländische Vierer Songs Of Claire Madison schließt entspannte Countryklänge auf den vier Songs seines Debüts "Line of Beauty and Grace" (Karate Joe) mit dem Slacker-Indiepop von Pavement kurz und zitiert sich im Vorübergehen noch ganz lässig von Dylan bis zu den Stones. Erhältlich als Download und Vinyl im schicken 10-Inch-Format.

Gerhard Stöger in FALTER 41/2009 vom 09.10.2009 (S. 23)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

The First Days Of Spring
Time To Die
Mister Pop (The Clean)

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