ON AN ISLAND

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Rezension aus FALTER 14/2006

Die Zeitungen sind derzeit voll mit Storys und Fotostrecken, die das Schaffen und den Bartwuchs des heute sechzigjährigen Gitarristen David Gilmour dokumentieren. Vergangenen Sommer kam es im Rahmen von Bob Geldofs Live 8 überraschend (und einmalig, wie Gilmour betont!) zur Reunion von Pink Floyd, und von der darauf folgenden Konjunktur der psychedelischen Supergroup profitiert wohl auch Gilmours erstes Soloalbum seit 22 Jahren. "On an Island" (Emi) sei wohl das beste Pink-Floyd-Album der letzten dreißig Jahre, schrieb ein Kritiker. Damit ist freilich nicht viel gesagt: "Wish You Were Here", das letzte wirklich gute Album, stammt von 1975. Tatsächlich hört sich, sieht man über den eher peinlich bombastischen Rock-goes-Symphony-Opener "Castellorizon" hinweg, gleich das darauf folgende Titelstück so an, als wäre es nur ein aufgetauter Posthornklang aus den Siebzigern: Da sind sie wieder, die epischen Gitarrenlinien, die sich mindestens über ganze Kontinente, wenn nicht Galaxien schwingen, und dass David Crosby und Graham Nash Backgroundvocaldienste versehen, schadet auch nicht - wozu kleckern, wenn man klotzen kann. Und wem, wenn nicht David Gilmour würde man es nachsehen, wenn er vom Mond und der Sonne, den Gezeiten und dem Vertrauen in den Augen seiner Kinder (es sind deren acht - aus bloß zwei Ehen) singt? Kitsch? Fraglos. Aber die pastorale Anmut, in der Robert Wyatts Trompete (!) sich erhebt und BJ Coles Weissenborn-Gitarre traut neben der elektrischen klampft, geht schon rein - zumindest bei uns, die wir auch ganz gern mit dem Land Rover um den See unseres Anwesens fahren würden, um nachzuschauen, wo die Buben wieder mal ihre Kindertraktoren geparkt haben.

Klaus Nüchtern in FALTER 14/2006 vom 07.04.2006 (S. 65)


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