Argerich & Friends Live From Lugano 2006

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Rezension aus FALTER 30/2007

Radio Days

Zu den erfreulichen Entwicklungen auf dem Klassikmarkt zählt die Öffnung der Rundfunkarchive. Am konsequentesten hebt wohl die BBC ihre alten Schätze. Mit ihrer Reihe BBC Legends macht sie historische Aufnahmen in sorgfältigen Editionen zugänglich. Unter den jüngsten Veröffentlichungen findet sich eine exzellente Interpretation von Beethovens "Diabelli Variations, Op. 120" durch Rudolf Serkin (BBC Legends), aufgenommen 1969 in der Londoner Royal Festival Hall. Serkin spielt so schlackenlos und unprätentiös, wie man es von diesem Ausnahmepianisten stets erwarten konnte.
Vom selben Ort übertrug das Radio mehrere Beethovenkonzerte des Philharmonia Orchestra unter Otto Klemperer. Besonders beeindruckend sind die "Symphonien 4 und 5" (Testament), die noch unerbittlicher klingen als die Studioaufnahmen dieses strengen Orchestererziehers. Klemperer, der eine besondere Hand für Beethoven, Mahler und Bruckner hatte, begegnet uns auch auf Kölner Einspielungen, die der Westdeutsche Rundfunk auf dem neuen Label Medici Masters herausbringt. 1954 dirigierte er Anton Bruckners "4. Symphonie" frei von aller Inbrunst, sehr säkular und straff Kooperationen zwischen Radiostationen und Plattenfirmen betreffen nicht nur historisches Material: Querschnitte des Festivals in Lugano etwa, das unter der Leitung der Pianistin Martha Argerich steht und seinen Schwerpunkt in der Kammermusik hat, erscheinen seit einigen Jahren unter Mitarbeit des Schweizer Radios. Die letzte Ausgabe dokumentiert auf drei CDs (EMI) die Festspiele von 2006 und bietet unter anderem eine besonders lebendige Deutung von Schumanns "Klavierquartett op. 47". Die Chefin ist dabei am Klavier zu hören, begleitet wird sie von den furiosen Brüdern Renaud und Gautier Capuçon sowie von Lida Chen.

Etwas erratisch wirkt die Strategie des ORF: Verdienstvollen Eigenproduktionen, besonders von Alter Musik und Zeitgenössischem, steht eine merkwürdige Leere an historischen Aufnahmen gegenüber, sieht man von der unübersichtlichen, auf mehrere Musikfirmen verteilten Edition von Aufnahmen der Salzburger Festspiele ab.

Karl A. Duffek in FALTER 30/2007 vom 27.07.2007 (S. 49)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

DIABELLI VARIATIONEN

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