Neon World

von Dusty Sprengnagel

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: ST Publications
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 8/2003

Was Las Vegas mit Wien und die Luxusboutique mit dem Bordell gemeinsam haben: die Neonwerbung. Kaum eine andere Erfindung hat das Gesicht der Metropolen so stark verändert. In Wien sorgt Neonfreak Dusty Sprengnagel dafür, dass das Neonlicht nie ausgeht.

... "In den Achtzigerjahren hatten wir Großaufträge von Unternehmen, die Neon bei Messeauftritten verwenden wollten. Da gab es manchmal Budgets von bis zu zwölf Millionen Schilling", sagt der international renommierte Wiener Neondesigner Dusty Sprengnagel. In der ersten Hälfte der Neunzigerjahre wurde von den Betreibern der Bordelle am Gürtel viel Geld investiert - auch in die leuchtenden Farbzeichen, die die Aufmerksamkeit der Autofahrer erregen sollen. Schon längst wird rotes Neonlicht aber nicht mehr automatisch mit der Sexindustrie assoziiert. Vergangenes Jahr entdeckte Sprengnagel zum Beispiel rotes Neon in den Pariser Auslagen von Christian Dior. "Das wäre früher für Nobelboutiquen niemals infrage gekommen." Es sind erstaunlicherweise immer wieder ganze Branchen, die den Reiz des Neons entdecken: Fitnesscenter oder jene Wettbüros, die in die aussterbenden Papierhandlungen, Hut- oder Knopfgeschäfte ziehen.

Sprengnagels historisches Neon-Lieblingsbeispiel in Wien ist das Schild des Filmcasinos. Tatsächlich vermitteln diese in einer Handschrift geschriebenen, malerisch geschwungenen Buchstaben eindrucksvoll die atmosphärischen Qualitäten von Neonlicht - besonders an Regentagen, wenn sich die Farben im nassen Asphalt spiegeln und sich das Prasseln des Regens mit dem elektronischen Surren der Lampen vermischt. Wie ein Stück farbigen Nebels fällt das Licht auf den Passanten und zieht ihn in ein optisches Spiel der Reflexionen, in eine Twilight-Zone - fast wie drinnen im Kino. Logisch, dass Sprengnagel auch die Kartenbüros und das Festzelt des Filmfestivals Viennale mit Licht ausstattet. Logisch, dass er eigentlich Filmregisseur werden wollte, bevor er - bei einem Job als Schaufensterdekorateur Mitte der Achtzigerjahre - die kinoverwandte Magie des Neons entdeckte.

Matthias Dusini in FALTER 8/2003 vom 21.02.2003 (S. 68)


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