Die Stimmen der Tiere: Europa

von Cord Riechelmann

Derzeit nicht lieferbar

Verlag/Label: Kein & Aber
Genre: Kinder- und Jugendbücher/Sachbücher, Sachbilderbücher/Tiere, Pflanzen, Natur, Umwelt
Erscheinungsdatum: 01.11.2008

Rezension aus FALTER 12/2009

Wildsau müsste man sein, den ganzen Tag sonor grunzen und sorglos-instinktiv durchs Unterholz streifen. Schlamm, für manchen wohl auch verführerisch glitschig, darf man getrost ausblenden, wenn man versunken den "Stimmen der Tiere" lauscht, in diesem speziellen Fall einem Tier Europas. Zur Auswahl stehen aber auch die Tierstimmen Asiens oder Afrikas, allesamt geradezu meditative Geräuschcollagen, durchbrochen von kleinen, informativen Dreingaben, die der Biologe und Autor Cord Riechelmann liebevoll für dieses auf sechs CDs angelegte Großprojekt verfasst hat. Hanns Zischler spricht sie mit respektvoll-zurückhaltender Anmut, und so gehen einem Sätze wie dieser spontan ans Herz: "Die Mufflons sind wie alle Schafe sogenannte Duldungstiere, die Ängste und Schmerz nicht ausdrücken, sondern still hinnehmen."
Ach, man könnte diesem Gemisch aus Tierlauten und Kommentaren stundenlang zuhören, ja, sogar während der Arbeit oder während langer Autofahrten durch die Lande. Dank also auch dem im Naturkundemuseum untergebrachten Berliner Tierstimmenarchiv der Humboldt-Universität, aus dem ein Großteil dieses Materials geborgen wurde. Seitdem Günter Tembrock 1951 das erste Mal die Stimme eines freifliegenden Waldkauzes aufzeichnete, vermehrte sich der Bestand um bislang geschätzte 110.000 Tonaufnahmen, aus denen Riechelmann ausgewählt hat. Die beiliegenden Booklets sorgen für schnelle Ortung dieser "bioakustischen Kostbarkeiten", wie sie der Verlag zu Recht nennt.
Das Projekt, das demnächst noch um die Stimmen der Tiere aus Aus­tralien, Amerika und den Wasserwelten bereichert werden sollen, ist dabei weit mehr als eine berauschende Geräuschkulisse. Cord Riechelmann erklärt, was die Laute bedeuten. Und so entfaltet sich zum variationsreichen Quieken, Grunzen, Flöten eine Verhaltenspalette aus Ducken, Drohen, Beschützen und tausendfach anderem, das Tierisches meint, aber zuletzt auch zutiefst menschlich erscheint – oder ist es umgekehrt? Hören Sie selbst.

Anja Hirsch in FALTER 12/2009 vom 20.03.2009 (S. 22)


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