206 x Sex im Kopf
Reportagen aus dem Nahbereich

von Beatrice Schlag

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Verlag: Kein & Aber
Erscheinungsdatum: 01.01.2003

Rezension aus FALTER 35/2003

Dass Männer ziemlich oft an Sex denken, ist bekannt. Durchschnittlich tun sie es genau 206 Mal am Tag, wie Wissenschaftler ermittelt haben. "206 x Sex im Kopf" heißt deshalb ein Buch mit "Reportagen aus dem Nahbereich", die Beatrice Schlag für verschiedene Schweizer Qualitätsblätter geschrieben hat. Die Autorin berichtet von einem Swingerkongress in Florida und von einer missglückten Geschlechtsumwandlung, von Problemen mit Kondomen und von einer Krankheit namens Sexsucht. In Rimini besucht sie einen in die Jahre gekommenen Papagallo (bester Sommer: 278 Frauen), in New York lässt sie sich von einem britischen Style-Guru die Geheimnisse der Herrenbekleidung erklären - schließlich gehört auch Mode zum "Nahbereich" des Menschen. Die Reportagen und Glossen sind gut recherchiert und brillant geschrieben; schlüpfrige Pointen vermeidet Schlag konsequent, ohne deshalb humorlos zu sein. Auch Frauen denken übrigens an Sex, verrät Beatrice Schlag. Nachsatz: "Wie oft, will anscheinend keiner wissen."Dass Frauen ziemlich oft über Sex reden, ist spätestens dank der amerikanischen TV-Serie "Sex and the City" bekannt. Für Österreich hat Polly Adler die undiplomatische Mission übernommen, aus dem Sperrgebiet innerweiblicher Kommunikation zu berichten. "Chaos de luxe" heißt ihre Kolumne, die in der "Freizeit"-Beilage des Kurier in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Hundeglosse erscheint - ein Umstand, den Polly Adler (hinter dem Pseudonym verbirgt sich profil-Redakteurin Angelika Hager) mit derselben schlampigen Grandezza erträgt wie all die anderen Hunde des Lebens. "Auch Luder brauchen Liebe" heißt der zweite Polly-Sammelband, zwischen den Kolumnen finden sich Rezepte aus Adlers bevorzugten Restaurants, und ein Text über "Sex and the City" ist auch drin. Wenn es um Männer geht, sind Frauen übrigens mindestens so kapriziös wie umgekehrt: Die No-no-Liste von Polly Adler ist endlos. Andererseits sind Frauen aber auch relativ leicht zu erheitern: Ganz oben auf der Pro-Männer-Liste steht "das Lächeln, das er im Repertoire hat, wenn er morgens in Ihrem Bett erwacht".

Wolfgang Kralicek in FALTER 35/2003 vom 29.08.2003 (S. 48)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Auch Luder brauchen Liebe (Polly Adler)

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