Die weiteren Aussichten

von Robert Seethaler

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Kein & Aber
Erscheinungsdatum: 01.08.2008

Rezension aus FALTER 43/2008

Robert Seethaler erzählt in seinem zweiten Roman von der ersten Liebe – und zwar aus der naiven Perspektive eines geistig etwas Zurückgebliebenen: Herbert leidet an Epilepsie und hat von der Welt noch nicht viel mehr als seine Mutter und die familieneigene Tankstelle gesehen. Dann begegnet ihm Hilde, die junge, übergewichtige Putzfrau im Hallenbad. Die große Liebe geschieht – nahezu wortlos.
Was Seethaler an Perspektive einspart, macht er durch Zärtlichkeit wett: Egal, ob Herbert seinen Goldfisch füttert, den sexuellen Avancen Hildes ausweicht oder mit seiner Mutter sprachlos am Frühstückstisch sitzt – Seethaler forscht auch noch der allerletzten Gefühlsregung Herberts nach und bleibt trotzdem immer dezent, dabei aber witzig.
Allerdings entpuppt sich seine Geschichte tatsächlich als provinziell, was auch der gefährlich eingeschränkten Perspektive geschuldet ist. Der Leser delektiert sich an der Erzählfreude und vergisst darüber, dass er eigentlich nichts Neues erfährt; dass dieser Herbert, seine Hilde und seine maulfaule Mutter eigentlich ziemlich uninteressante Figuren sind, die halt mit ihrer Sprachlosigkeit und ihrem Gefühlshaushalt nicht klarkommen. Das große Schweigen auf dem flachen Land ist ein Klischee, wird hier aber originell und unterhaltsam variiert.

Thomas Askan Vierich in FALTER 43/2008 vom 24.10.2008 (S. 20)


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