Beinahe Herbst

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Sonja wartet auf ihre jüngere Schwester Ilse. Sie hätte längst zu Hause sein sollen. In Oslo fällt der erste Schnee. Plötzlich klopft es an der Tür. Draußen stehen drei Polizisten. Es ist das Jahr 1942.
Der preisgekrönte Roman »Beinahe Herbst« handelt vom Schicksal der jüdischen Familie Stern im okkupierten Norwegen, von der Kraft der ersten großen Liebe, vom Hoffen und Verlieren, von kleinen Zufällen und großen Träumen.

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FALTER-Rezension

Erste Liebe in Zeiten der Besatzung

Ein jüdisches Mädchen erlebt den Nazi-Terror in Norwegen

Die ersten bunten Blätter fallen bereits von den Bäumen und künden vom nahenden Herbst, als die 15-jährige Ilse Stern heimlich ihr Wohnhaus im Osloer Stadtteil Grünerløkka verlässt. Sie ist mit dem Nachbarsjungen Hermann Rød fürs Kino verabredet. Die einst kindliche Zuneigung der beiden hat sich im Laufe des Sommers in Verliebtheit verwandelt. „Alles beginnt im Herbst“, literarisiert das buchaffine Mädchen gedanklich den Moment.

Was am Beginn des Romans als jugendlicher Aufbruch hin zum Erwachsenwerden inszeniert wird, erfährt in seinem Verlauf eine fatale Wendung. Denn Ilse Stern ist Jüdin und Norwegen im Jahr 1942, in dem die Erzählung angesiedelt ist, von der deutschen Wehrmacht besetzt. Dass Hermann, der im geheimen Widerstand gegen die Besatzungsmacht tätig ist, an diesem Nachmittag beinahe von der Polizei erwischt wird und die ahnungslose Ilse deshalb versetzt, ist nur eines der vielen Anzeichen dafür, dass sich das Leben für sie und ihre Familie bald unwiderruflich verändern wird.

Zwar versucht Vater Isak die zunehmenden Diskriminierungen durch das gesellschaftliche Umfeld so lange wie möglich vom Alltag seiner Frau und der drei Töchter fernzuhalten, als er jedoch eines Morgens ohne Vorwarnung verhaftet wird, tritt auch für sie schlagartig der Ausnahmezustand ein.

Der Roman schildert die Geschehnisse aus der Perspektive verschiedener Bewohnerinnen und Bewohner des Mehrparteienhauses, in dem Familie Stern lebt. Von den jüdischen Opfern über den Widerstandskämpfer bis hin zum ungewollten Deportationshelfer treffen in diesem Mikrokosmos unterschiedliche Lebenswelten aufeinander. Die komplexe Figurendarstellung gewährt Einblick in die oft widersprüchlichen Gefühle der handelnden Personen, entschuldigt das Verhalten der Mittäter aber nicht. Die Erzählung traut den Rezipierenden eine differenzierte Sichtweise der Ereignisse zu.

Figuren und Handlung sind fiktiv. Der Text orientiert sich jedoch an den erschütternden historischen Tatsachen. Im Herbst 1942 begann die Deportation der norwegischen Juden. Von den 773 nach Auschwitz Verschleppten überlebten nur 38. Das 2012 erschienene und pünktlich zum Norwegen-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse ins Deutsche übersetzte Debüt wurde bereits mit mehreren Preisen bedacht.

Lena Brandauer in Falter 41/2019 vom 11.10.2019 (S. 31)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783038800316
Erscheinungsdatum 20.09.2019
Umfang 224 Seiten
Genre Kinder- und Jugendbücher/Jugendbücher ab 12 Jahre
Format Hardcover
Verlag Arctis ein Imprint der Atrium Verlag AG
Empf. Lesealter ab 14 Jahre
Übersetzung Dagmar Mißfeldt
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