Lennon ist tot

von Alexander Osang

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Verlag: S. Fischer
Erscheinungsdatum: 01.03.2007

Rezension aus FALTER 17/2007

Robert Fischer ist jung und nicht ganz so aufgeräumt, wie er nach außen hin wirkt. Nach New York gekommen, um zu studieren, sitzt er stattdessen in einem Kellerloch und überprüft Überwachungsvideos auf Unregelmäßigkeiten. Eigentlich ist der junge Berliner in Rose verknallt, die Tochter seiner Vermieter. Trotzdem findet er sich eines Tages im Morgengrauen neben einem betrunkenen, nackten Punkgirl wieder, während seine Angebetete im Nebenzimmer jeden Moment aufwachen muss. Robert löst die Situation durch Flucht, sucht nach jenem mysteriösen Mann, der ihm auf einem der Videos aufgefallen war, und folgt ihm auf eine weithin verlassene und nicht ganz unkafkaesk anmutende kleine Insel vor der Stadt. Hans, ein deutscher Lebenskünstler, nimmt seinen jungen Landsmann auf und überlässt ihm jenes Bett, in dem einst angeblich auch John Lennon schon geschlafen hat.

Überhaupt scheint Lennon auf der Insel omnipräsent zu sein. Der an den Beatles bis dahin desinteressierte Robert Fischer entdeckt die Welt des verstorbenen Musikers. "Instant Karma" trifft ihn mitten ins Herz, und er erfährt über den Umweg Lennon auch einiges übers eigene Leben. Der Kontakt mit dem toten Beatle bildet dabei aber erst den Beginn jener eigenwilligen, facettenreichen und bei all ihren Wendungen durchwegs plausibel erzählten Geschichte, an deren Ende der junge Antiheld Yoko Ono kurz begegnet, um sich letztlich, unaufgeräumter als je zuvor, in einem Berliner Krankenbett wiederzufinden.

Gerhard Stöger in FALTER 17/2007 vom 27.04.2007 (S. 68)


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