Das Teenager-Gehirn
Die entscheidenden Jahre unserer Entwicklung

von Sarah-Jayne Blakemore

€ 18,50
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Übersetzung: Sebastian Vogel
Verlag: S. FISCHER
Format: Taschenbuch
Genre: Sachbücher/Angewandte Psychologie
Umfang: 304 Seiten
Erscheinungsdatum: 24.10.2018

Rezension aus FALTER 51-52/2018

In der Pubertät erfährt auch das Hirn einen Umbau

Teenager sind risikofreudig und abhängig von der Meinung ihrer Freunde, dazu launisch, aggressiv und unzuverlässig. Dieses Lamento wird seit der Antike wiederholt. „Aber wie wir mittlerweile wissen, ist das typische Verhalten von Heranwachsenden weder gedankenlos noch destruktiv“, sagt Sarah-Jayne Blakemore – vielmehr habe es seine Gründe.

Lange dachte man, dass das Gehirn bereits in der Kindheit ausgereift sei, und identifizierte die Ursache der Pubertätsturbulenzen in einem verrückt spielenden Hormonsystem. Heute weiß man, dass auch das Gehirn in dieser Zeit einen grundlegenden Umbau erfährt, der erst mit etwa 25 Jahren abflacht.

Wie dieser vonstatten geht, beschreibt die Professorin für Kognitive Neurowissenschaften am University College von London in ihrem Buch „Das Teenagergehirn. Die entscheidenden Jahre unserer Entwicklung“. Seine Lektüre erfordert kein Vorwissen, aber die Bereitschaft, sich in unzählige Studien, deren Fragestellung und Setting hineinzudenken. Sie lohnt sich, denn Blakemore räumt dabei nicht nur mit Mythen über die Pubertät, sondern auch über das menschliche Gehirn auf.

Auswirkungen sollten die neuen Erkenntnisse ihrer Meinung nach auf Jugendgerichtsbarkeit und die Pädagogik haben, indem etwa berücksichtigt wird, ob Jugendliche alleine oder im Beisein von Gleichaltrigen Risiken auf sich genommen haben, indem man in Aufklärungskampagnen weniger Langzeitfolgen anspricht als vielmehr ihre hypersoziale Ader und ihren Widerspruchsgeist – und indem man sie morgens schlicht und ergreifend länger schlafen lässt.

Die Jugend sei keine Verirrung, sondern eine Entwicklungsphase, betont Blakewell, eine Zeit verstärkter Kreativität und unkonventionellen Denkens, voller Energie und Leidenschaft. Zum Schluss berichtet sie von einem erfolgreichen Theaterstück, das Jugendliche aufgrund dieser Forschungsergebnisse erarbeitet hatten. „Mein Gehirn ist nicht kaputt“, heißt es darin. „Dass es so ist, hat einen Grund. Ich werde, wer ich bin.“

Kirstin Breitenfellner in FALTER 51-52/2018 vom 21.12.2018 (S. 46)


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