Cohn-Bendit
Die Biografie

von Sabine Stamer

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Europa
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 41/2001

Vom Sponti zum Europäer: Die erste Biografie über den ehemaligen 68er und nunmehrigen EU-Parlamentarier Daniel Cohn-Bendit.

Er ist nicht leicht zu fassen: Daniel Cohn-Bendit, geboren 1945 in Frankreich. Seine jüdischen Eltern waren aus Deutschland geflohen. Nach einer Jugend in Deutschland führt Dany le Rouge die Pariser Studentenrevolte von 1968 an. Präsident Charles de Gaulle verweist den Feuerkopf des Landes. Acht Jahre lang kann er nur mit falschem Bart durch die französische Hauptstadt spazieren. In der Frankfurter Sponti-Szene lernt er Joschka Fischer kennen.

Anders als Fischer kämpft Cohn-Bendit nicht mit den Fäusten gegen das Establishment, sondern mit Worten. Er gründet die Zeitschrift "Pflasterstrand". Auf den Demos hat er aber keine Pflastersteine, sondern das Megafon in der Hand. "Vielleicht war ich auch einfach zu feige", sagt er heute. Der charismatische Redner mischt bei der Gründung der deutschen Grünen mit, wird Anfang der Neunzigerjahre Dezernent für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt. Heute sitzt er für die französischen Grünen im Europaparlament, ist Autor und Moderator. Er lebt dort "wo ich mich verliebt habe."

Die deutsche Journalistin Sabine Stamer zeichnet den verschlungenen Lebensweg des bunten Hundes nach. Bei den langen Gesprächen über die EU, Antisemitismus, Atomkraft und die Gewaltfrage ließ sich Stamer ein wenig vom legendären Charme Cohn-Bendits einwickeln. Sie scheint begeistert von dem Mann, der so selbstzufrieden ist, dass er gerne als Außenseiter gilt. Sie verteidigt seine vielen Wendungen vom Anarchisten zum Parlamentarier, vom Pazifisten zum Befürworter der Nato-Angriffe auf Jugoslawien. Und erklärt ausführlich, warum er sicher kein Pädophiler ist, als der er kürzlich in den Medien dargestellt wurde.

Stamer versucht auch dem Privatmann hinter dem Politiker näher zu kommen. Der 68er ist inzwischen verheiratet. Seine Wochenenden gehören - ganz bürgerlich - der Familie.

Eva Weissenberger in FALTER 41/2001 vom 12.10.2001 (S. 34)


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