Wissenschaft und Aberglaube

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Die Beiträge des Österreichischen Wissenschaftstags 2019 setzten sich mit dem Thema des Aberglaubens und mit der damit verbundenen Wissenschaftsfeindlichkeit in interdisziplinärer Weise auseinander.
Politische Debatten, Artikel in viel gelesenen Zeitungen und abergläubische Äußerungen von Personen des öffentlichen Lebens belegen, dass das Thema „Wissenschaft und Aberglaube" sehr aktuell ist. Die Beiträge des Wissenschaftstages setzen sich mit unterschiedlichen Lesarten des Generalthemas auseinander und versuchen sich u.a. der Beantwortung folgender Fragen anzunähern: In welchem Verhältnis stehen Wissenschaft und Pseudowissenschaft? Hängen Aberglaube und Überleben zusammen? Wie entsteht Aberglaube und wie wird dieser aufrechterhalten? Wo verlaufen die Grenzen der Wissenschaft? etc.

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FALTER-Rezension

Nach der Krise der Demokratie der Aberglaube?

Als "säkulares Heiligenbild" hat der amerikanische Philosoph Stanley Cavell einst die Demokratie bezeichnet. Die gesammelten Beiträge des Wissenschaftstages 2018 unter dem Titel "Krise der Demokratie -Krise der Wissenschaften?" gehen der Frage weniger polemisch nach. Der Berliner Politologe W. Merkel beschreibt die Vielfalt des Begriffes Demokratie und die problematische Einengung auf "die" Krise derselben. Ob der vielfach diskutierte Populismus ein Symptom dieser Krisen oder Teil der Heilung ist, wird vielfach diskutiert - zu konstatieren ist: Populismus bedroht Demokratie! Jan Zielonka diagnostiziert das Versagen des "Neoliberalismus" in Sachen Garantie von Freiheit und Gleichheit, vor allem die liberalen Eliten hätten versagt. Anton Pelinka diskutiert am Beispiel der Central European University/Budapest die Mechanismen illiberaler Politik sowie Grenzen und Möglichkeiten von Widerstand gegen die Feinde einer offenen Gesellschaft, die auch Wissenschaft bedrohen. Der Bogen spannt sich weiter von praxisbezogenen Überlegungen des Völkerrechtlers Nico J. Schrijver zur akademischen Freiheit im Kontext von Forschungsprogrammen und Forschungspolitik über die dringliche Frage der Qualitätssicherung wissenschaftlicher Erkenntnis in Zeiten, da die Öffentlichkeit zunehmende Skepsis (um nicht zu sagen Unglauben) an den Tag legt; bis hin zur Quantenphysik und dem in aller Munde befindlichen "chinesischen Modell". Vor dem Hintergrund eines imposanten Wirtschaftswachstums ist China mittlerweile auch wissenschaftliche Weltmacht - als Modell für den Umbau zur Wissensgesellschaft weist es noch gehörige Defizite auf.

Passend dazu behandelt der Band 23 von "Wissenschaft Bildung Politik" das Thema "Wissenschaft und Aberglaube". Analysiert werden das Verhältnis von Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft aus wissenschaftstheoretischer Sicht, jenes von Wissenschaft und Öffentlichkeit aus historischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive sowie der Zusammenhang von Aberglaube und Überleben aus der Sicht des Verhaltensforschers. Stuart A. Vyse beschreibt Entstehung und Verbreitung von Aberglaube auch in hoch entwickelten Ländern (inklusive starker kommerzieller Vermarktung "alternativer" Fakten und Wahrheiten), Franz Winter bietet einen Überblick über aktuellen Forschungsdiskurs zum Thema Esoterik und Religion, Edzard Ernst zeigt am Beispiel Homöopathie deren mangelnde biologische Plausibilität sowie das Fehlen schlüssiger Wirksamkeitsnachweise auf. Angesichts von grassierender Wissenschaftsleugnung schließt die Germanistin Eva Horn mit einem Plädoyer für mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit und "deutlichere Kommunikationsformen". Wie heiße es schon bei Immanuel Kant in Sachen Aufklärung: "Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen."

Erich Klein in Falter 25/2021 vom 25.06.2021 (S. 9)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ReiheWissenschaft - Bildung - Politik
ISBN 9783205211945
Erscheinungsdatum 07.09.2020
Umfang 176 Seiten
Genre Politikwissenschaft
Format Taschenbuch
Verlag Böhlau Wien
Herausgegeben von Reinhard Neck
Herausgegeben von Martin Mahner, Martina Merz, Peter Brugger, Franz Winter, Ulrich Berger, Rainer Bromme, Eva Horn, Stuart A. Vyse, Florian Aigner, Edzard Ernst, Christiane Spiel
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