Vernunftkritik und Wissenschaft
Otto Neurath und der erste Wiener Kreis

von Thomas Uebel

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Verlag: Springer
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 12/2001

Dank der umfangreichen Publikationstätigkeit des Instituts Wiener Kreis und seines Leiters Friedrich Stadler ist der Wiener Kreis der mittlerweile vielleicht besterforschte Denkerzirkel des 20. Jahrhunderts. Wichtige Beiträge für eine kritische Neueinschätzung von Schlick, Carnap, Neurath & Co. stammen dabei vom deutschen Wissenschaftsphilosophen Thomas Uebel - eine Summa seiner Arbeiten liegt nun mit der Studie "Vernunftkritik und Wissenschaft: Otto Neurath und der erste Wiener Kreis" vor.

Uebels Monographie, kürzlich als Band 9 der "Veröffentlichungen des Instituts Wiener Kreis" erschienen, bricht radikal mit den zum Teil immer noch gängigen Lehrbuchdarstellungen. Denn die "Wiener Kreisler" waren keineswegs eine in permanentem Schulterschluss verharrende Positivistentruppe: So machte sich der Mathematiker Hans Hahn über Otto Neuraths einheitswissenschaftliche Fantasien mit dem Begriff "Einheizwissenschaft" lustig, während sich Neurath im Gegenzug über Hahns parapsychologische Interessen mokierte.Band 8 der "Veröffentlichungen des Instituts Wiener Kreis" ist der von Friedrich Stadler herausgegebene Reader "Elemente moderner Wissenschaftstheorie", der aufschlussreiche Texte zur Theorie bzw. Geschichte der Natur- und Geisteswissenschaften enthält, so z.B. die vom Wissenschaftshistoriker Gerhard Benetka vorgelegte Fallstudie über die Besetzung eines Ordinariats für Philosophie. Benetka zeigt am Beispiel Wolfgang Stegmüllers, dass sich Berufungen nicht immer an der fachlichen Qualifikation der Bewerber orientieren müssen.

Stegmüller hatte sich in den Fünfzigerjahren - damals schon als einer der profiliertesten Vertreter der analytischen Philosophie im deutschsprachigen Raum - um eine Stelle an der Universität Innsbruck beworben. Und wurde prompt ausgebootet. Aus Stegmüller wurde trotzdem etwas: Er bekam zwei Jahre später eine Professur in München und startete von dort aus eine Weltkarriere.

Robert Czepel in FALTER 12/2001 vom 23.03.2001 (S. 30)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Elemente moderner Wissenschaftstheorie

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