Roman für Frauen

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Verlag: Deuticke in Zsolnay
Genre: Belletristik
Erscheinungsdatum: 02.02.2002

Rezension aus FALTER 28/2002

Liebesbriefe werden oft erst geschrieben, wenn schon alles zu spät ist: die Rache der Verzweifelten, die den/die Ex an ihrem Leid teilhaben lassen wollen. Eine besonders aufdringliche Variante dieser Strategie hat sich Oliver ausgedacht: Er schreibt seiner verflossenen Geliebten Laura ein halbes Jahr lang Monat für Monat glühende Briefe - die er auf Plakatflächen in der Prager U-Bahn affichieren lässt. Die Aktion hat Anfang 2000 tatsächlich stattgefunden und die Stadt bewegt - bis sich herausstellte, dass es sich nur um eine PR-Aktion gehandelt hatte. Nicht Oliver, sondern der Prager Schriftsteller Michal Viewegh hatte die Briefe geschrieben; nachzulesen sind sie im "Roman für Frauen", den der vierzigjährige Autor nun nachgeliefert hat.

Im Zentrum des Buches steht aber nicht Oliver, sondern die 22-jährige Icherzählerin Laura, die Aufstieg und Fall der Beziehung aus ihrer Sicht schildert. Oliver und Laura lernen einander im Urlaub kennen, und bald stellt sich heraus, dass der zwanzig Jahre ältere Oliver einst der erste Liebhaber von Lauras Mutter war. Von dieser bizarren Konstellation abgesehen, nimmt die Beziehung den üblichen Verlauf - von anfänglicher Euphorie über die erste schwere Krise (er schmust mit einer anderen) bis zur zweiten schweren Krise (sie schläft mit einem anderen) und schließlich zur Trennung. Laura arbeitet als Leserbriefredakteurin bei einer Frauenzeitschrift, und genau in dem flapsigen, etwas oberflächlichen Stil, den man aus solchen Magazinen kennt, ist der "Roman für Frauen" gehalten. Die Lektüre ist auch für Männer so unterhaltsam wie ein lockerer Sommerflirt ohne tiefere Absichten.

Wolfgang Kralicek in FALTER 28/2002 vom 12.07.2002 (S. 52)


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