Der Weg der Freiheit

Wie ich von Geflüchteten lernte, anzukommen
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Kurzbeschreibung des Verlags:

"Sie hatten alles verloren. Doch in ihren Augen sah ich Mut, Sehnsucht nach Anerkennung und die Hoffnung auf ein besseres Leben. Das hat uns verbunden."
Ronny Kokert unterrichtet Kampfkunst für junge Kriegsflüchtlinge, die in ständiger Angst und Unsicherheit leben. Was der ehemalige Weltmeister im Taekwondo 2016 als Projekt „Freedom Fighters“ startete, wird zur herausforderndsten Aufgabe seines Lebens. Das gemeinsame Training konfrontiert die Schüler sowie ihren Lehrer mit Rückschlägen, Wut und Scheitern. Kokert lehrt die Geflüchteten das Kämpfen, um nicht mehr kämpfen zu müssen. Doch lassen sich damit auch innere Widerstände und die eigene Vergangenheit überwinden? Voll Herzenswärme und Ehrlichkeit zeichnet Kokert nach, wie steinig, beglückend und vor allem lehrreich die gemeinsame Reise ist, die seine Schüler vom Flüchtlingslager bis zu Weltmeistertiteln führt – und ihn selbst in die Hölle von Moria. Die Entwicklung der Freedom Fighters sowie seine eigene ist eine berührende Geschichte über Akzeptanz und Ablehnung, Zweifel, Mut und Ankommen – im Leben und bei sich selbst. Eine Geschichte, die wir gerade jetzt dringend brauchen.

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FALTER-Rezension

Mit Trainerin und Kickboxen raus aus Traiskirchen

Eine ungewöhnliche Integrationsgeschichte: der Kampfsportler Ronny Kokert erzählt von seiner Arbeit mit Flüchtlingen

Über den Flüchtlingssommer 2015 wurden längst zahlreiche Bücher geschrieben. Eine Neuerscheinung ist aber trotzdem besonders lesenswert, und das liegt wohl daran, dass dieses Buch aus einer ungewöhnlichen Perspektive verfasst wurde. Es erzählt, wie zwei sehr unterschiedliche Personenkreise zueinander fanden.

Da ist auf der einen Seite ein Grüppchen geflüchteter Jugendlicher aus Afghanistan, junge Burschen, die aus kleinen Dörfern oder auch aus der Hauptstadt Kabul stammen, die zum Teil miterleben mussten, wie Familienangehörige von den Taliban ermordet wurden oder die selbst einen islamistischen Bombenanschlag nur knapp überlebten und im Aufbruch nach Europa ihre einzige Chance sahen.

Und die schließlich im Sommer 2015 im Flüchtlingslager Traiskirchen in Niederösterreich landeten.

Auf der anderen Seite ist da Ronny Kokert, ein Profikampfsportler, der 1991 jüngster Staatsmeister im olympischen Taekwondo wurde und später auch Weltmeister, der mit "Shinergy" eine eigene Kampfsportart entwickelt hat, ein großes Trainingszentrum in Wien betreibt und Unternehmen berät.

Als er im Frühjahr 2015 in der Zeitung las, dass tausende Kriegsflüchtlinge an Österreichs Grenzen standen und das Lager Traiskirchen völlig überfüllt sei, bat Kokert die Mitglieder seines Trainingszentrums um Kleiderspenden und fuhr damit nach Traiskirchen, wo er junge Burschen kennenlernte, die ihm von Krieg und Terror und ihrer Flucht erzählten.

Kurz darauf gründete Kokert die Freedom Fighters, eine eigene Kampfsportgruppe, in der Geflüchtete kostenlos in seinem Zentrum trainieren können. Die Freedom Fighters sind aber viel mehr als ein Sportkurs.

Sie sind ein breit angelegtes Integrationsprojekt, das es diesen jungen Männern ermöglichte, die westliche Kultur kennen und verstehen zu lernen und sich mit ihren eigenen Traumata und ihrer Situation in Österreich auseinanderzusetzen.

"Die Burschen waren gerade einmal der Pubertät entwachsen und stammten allesamt aus einer Umgebung, wo Härte immer auch für Stärke und Männlichkeit steht. Und Weichheit mit Schwäche gleichgesetzt wird. Der Härtere siegt", schreibt Kokert.

Um dieses Denken zu brechen, holte er eine Kollegin als Trainerin zu den Geflüchteten, die mehrfache Staatsmeisterin im Kickboxen ist. Die neue Trainerin "mischte die Burschen nach Strich und Faden auf. Die staunten nicht schlecht. Eine junge Frau, die viel kleiner war. Und viel besser".

Vielleicht gelang es Kokert so gut, einen Draht zu diesen Burschen zu finden, weil er selbst eine schwere Kindheit hatte und später zum Outlaw wurde. Als Kind litt er unter einer schweren Knochenmarkserkrankung und musste monatelang im Bett liegen. Der Kampfsport half ihm aus dieser schwierigen Zeit heraus.

Später sei er zwar im Sport erfolgreich gewesen, aber in den Discos ständig in Schlägereien verwickelt worden.

Bis ihm das klar wurde, was er auch den geflüchteten Burschen vermittelte: Kämpfen zu können bedeutet, nicht mehr kämpfen zu müssen.

Viele seiner Freedom Fighters schaffen es auch dank seiner Unterstützung, sich in Österreich zu integrieren. Ismail etwa, der nicht nur eine Lehre als Koch im Hotel Sacher absolvierte, sondern auch Kickbox-Weltmeister wurde.

Bei der Kickbox-WM holten die Freedom Fighters vier Gold-, fünf Silber-und drei Bronzemedaillen für Österreich -und das, obwohl sie noch nicht einmal einen positiven Asylbescheid hatten. Weil Kokerts Team so gut war, durften die Burschen mit einer Ausnahmeregelung für Österreich antreten.

"Der Weg der Freiheit" ist ein sehr persönliches, bewegendes und reflektiertes Buch, das einen neuen Blick auf die nach Österreich Geflüchteten, aber auch auf unsere Gesellschaft und unseren Umgang mit Schutzsuchenden bietet.

Robert Misik in Falter 44/2021 vom 05.11.2021 (S. 22)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783218012775
Erscheinungsdatum 26.04.2021
Umfang 192 Seiten
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft
Format Hardcover
Verlag Kremayr & Scheriau
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