Meine Sommerfrische-Küche

von Alexandra Palla, Melina Kutelas

€ 29,00
Lieferung in 2-7 Werktagen

Verlag: Pichler Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
Format: Hardcover
Genre: Ratgeber/Essen, Trinken/Themenkochbücher
Umfang: 208 Seiten
Erscheinungsdatum: 27.03.2019


Rezension aus FALTER 25/2019

Extra, ganz frisch!

Foodbloggerin Alexandra Palla kreiert für den Falter zwei sommerlich-frische Wurstsalate

Sommerfrische, allein das Wort lässt einem an brennheißen Tagen einen angenehm kühlen Schauer über den Rücken laufen. Es erinnert an Schwimmen in kalten Seen oder Bächen, barfuß durchs Gras laufen und den kühlenden Schatten alter Bäume. Zu „Wurst“ fallen einem derlei erfrischende Assoziationen nicht zwingend sofort ein. Aber probieren wir es doch einmal mit „Wurstsalat“. Hmmm? Nicht der, den die Schweizer machen, mit viel Käse und so. Eher so Richtung Saure Wurst. Ja, genau. Den isst man doch auch am liebsten im Sommer, besonders an ganz warmen Tagen. Im Schwimmbad, am See, im schattigen Gastgarten. Gut gekühlt muss er allerdings sein und neben Extrawurst viel Zwiebel und Essig enthalten. Klassisch sind weiters reife Paradeiser und Paprika, manchmal auch noch Gurke drin. Jetzt klingelt’s aber. Oder? Sommerfrische eben.

Eine, die sich intensiv mit der kulinarischen Seite der traditionellen Sommerfrische auseinandergesetzt hat, ist Foodbloggerin und Designerin Alexandra Palla. Sogar ein Buch hat sie darüber geschrieben, „Meine Sommerfrischeküche“ (Pichler Verlag), in dem sie ihre liebsten Sommerfrische-Rezepte verrät. Für den Falter hat sie zwei erfrischende Wurstsalat-Varianten kreiert: eine rote und eine gelbe.

„Wurst ist ein wahnsinnig doofes Wort“, sinniert Tochter Josi, während Mutter Palla in der Showroom-Küche den ersten Salat zubereitet. „Je öfter man es sagt, desto doofer wird es.“ Dennoch: Wurstsalat gehört auch für sie zur Sommerfrische am Wolfgangsee wie der Regen ins Salzkammergut und die Ausflüge in die Dorfdisco. Bleibt die Frage: Kranzel-Extra, dick geschnitten oder hauchdünne Scheiben von der großen Extrawurst, zur „Blume“ aufgelegt. „Die „Königin unter den Wurstsalaten“, schwärmt Mutter Palla. Das Kind enthält sich eines Kommentares und wir beobachten die Entstehung unseres Roten Salates. Ganz frisch improvisiert.

Kranzel-Extra, nicht besonders dick geschnitten, roter Chicorée, rote Zwiebel, kleine Paradeiser, etwas Hesperiden-Essig (wichtig und ur-wienerisch!), brauner Zucker, Salz, Pfeffer, ein neutrales Öl – Maiskeimöl! –, etwas Paprikapulver. Fertig! Klingt komisch? Kein bisschen, schmeckt herrlich. Zumal man eines sagen muss: Der Geschmack von Extrawurst ist so intensiv, dass bald etwas, das frisch, fruchtig, scharf und bitter ist, gut dazu passt. „Bloß affig darf es nicht sein.“ (Affig wäre in diesem Fall etwa Olivenöl.) Der Salat sieht zudem hervorragend aus, ein paar Blüten, zum Beispiel von Schnittlauch oder Majoran, und er wird zum kleinen Kunstwerk.

So geht Sommerfrischeküche, erklärt Alexandra Palla, einfach, unbeschwert, flexibel – man schaut, was es im Garten oder auf dem Markt gibt, und fügt zusammen, was zusammengehört. In diesem Fall durchaus auch eine Form der Restlverwertung.

Schon sind wir bei Improvisation Nummer zwei: Wurstsalat im Gelbton. Dafür hat die Sommerfrische-Expertin Zitronen in hauchdünne Scheiben geschnitten, ebenso einen Fenchel, und beides mit Maiskeimöl und Zitronensaft mariniert. Dazu kommt eine hauchdünn längs geschnittene Salatgurke, Fenchelgrün, Salz, Pfeffer und frischer Majoran. Man kann noch weiße Zwiebel, ebenfalls dünn geschnitten, dazugeben. Muss aber nicht sein. Somit ist Nummer zwei sogar für Vertreter der Anti-Zwiebel-Fraktion bestens geeignet. Die Kombi klingt wild, ist aber – wie ja auch der rote, süßlichere Salat – gar köstlich! Das Bittere der Zitronen steht der Extrawurst, in diesem Fall der hauchdünn aufgeschnittenen großen. Zwingend muss man zum Wurstsalat Brot essen. Am authentischsten ein klassisches „Mischbrot“. Natürlich passt auch jedes andere gute Sauerteigbrot, zu hell oder zu dunkel sollte es allerdings nicht sein.

Was Pallas Sommerfrischeküche von der Alltagsküche unterscheidet? Zum einen, dass es eine dezidierte Sommerküche mit entsprechenden Zutaten ist (von Grünen Nüssen im Juni bis zu den Pilzen Ende August). Die Gerichte entstehen aus einer Tiefenentspanntheit, die sich bei Palla in der Sommerfrische einstellt („man kennt alles und alle hier“). Sie leichtfüßiger sind als „normale“ Wiener Küche. Gerne experimentiert sie hier mit lokalen Gerichten, Aromen und Zutaten. Macht aus klassischen Kaspressknödeln „Caprese“, aus frischem Seesaibling Alpen-Ceviche oder Salzkammergut-Bouillabaisse, brät Hendlhaxen mit Marillen oder Chateaubriand in Heu- und Salzkruste. Natürlich gibt es gefüllte Paprika, kleine Fleischlaberln (Ping-Pong-Bällchen), Salate, Kaltschalen und Obstkuchen, alles, was man im Sommer am Wasser, in den Bergen, davor und danach eben gerne isst. Große Leseempfehlung!

Nina Kaltenbrunner in FALTER 25/2019 vom 21.06.2019 (S. 48)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
Warenkorb anzeigen