Der kälteste Winter aller Zeiten

von Sister Souljah

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Haffmans
Erscheinungsdatum: 01.01.2001

Rezension aus FALTER 26/2001

"Der kälteste Winter aller Zeiten" - welche Neuerscheinung dieses Frühjahrs könnte sich besser zum Sommerbuch eignen? Tatsächlich handelt es sich hier jedoch weder um eine "True Story" aus Sibirien, noch um eine poetische Aufbereitung einer Nordpol-Expedition, sondern um die Geschichte einer Großdealer-Tochter und verwöhnten Ghetto-Göre namens Winter. Und um das prima Romandebüt der schwarzen amerikanischen Autorin Lisa Williamson alias Sister Souljah, die kurzzeitig "Informationsministerin" der Polit-Rapper Public Enemy war und seitdem als Aktivistin für schwarze Jugendprojekte durch die Welt reist.

In flotter Manier erzählt Souljah von Winters ungewöhnlich behüteter Kindheit in Brooklyn (der Daddy ist ein Gauner alter Schule, der Frau und Töchter vergöttert und das Geschäft Geschäft sein lässt, wenn er mit seiner Familie zusammen ist) und vom plötzlichen Zusammenbruch dieses Lebens, auf den Winters schleichender sozialer Abstieg folgt. Bis dann irgendwann die junge, gut aussehende Variante ihres mittlerweile inhaftierten Vaters vor ihr steht und das Dolce Vita wieder von vorne beginnt - wenn auch nur für kurze Zeit. In einer Nebenrolle tritt Sister Souljah as herself auf, stößt mit ihren Weisheiten bei Winter aber auf wenig Gegenliebe (und zeichnet sich selbst überhaupt erfreulich ambivalent). Natürlich tendiert der Roman stärker in Richtung Kolportage als in Richtung Weltliteratur, aber eine verdammt gute und trotz seines soliden Umfangs nie wirklich abflauende Strandlektüre ist "Der kälteste Winter aller Zeiten" allemal.

Sebastian Fasthuber in FALTER 26/2001 vom 29.06.2001 (S. 60)


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