Schorschi schrumpft
und zwei weitere Schorschi-Geschichten von Florence Parry Heide

von Edward Gorey, Florence Parry Heide

€ 17,40
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Illustrationen: Edward Gorey
Übersetzung: Dorothee Asendorf
Übersetzung: Hans Wollschläger
Verlag: Diogenes
Format: Hardcover
Genre: Kinder- und Jugendbücher/Kinderbücher bis 11 Jahre
Umfang: 192 Seiten
Erscheinungsdatum: 25.11.2008

Rezension aus FALTER 51/2008

Im amerikanischen Original sind die drei Bücher, die nun in einer ebenso wohlfeilen wie verschenkbaren Ausgabe versammelt sind, als "The Treehorn Trilogy" herausgekommen. In der deutschen Übersetzung heißt der Bub schlicht Schorschi, und das wohl aus Gründen der Alliteration, denn: "Schorschi schrumpft" – wie der erste, 1971 im Original erschienene und fünf Jahre später durch niemand Geringeren als "Ulysses"-Übersetzer Hans Wollschläger ins Deutsche übertragene Band heißt.
Eigentlich sollten Kinder ja wachsen, Schorschi aber tut genau das Gegenteil: "Meine Hosen werden alle länger oder irgendwas." Ausreichender Anlass für adulte Alarmiertheit – möchte man meinen; aber Schorschis Umgebung, allen voran die Eltern, reagieren mit einer schwer nachvollziehbaren Gelassenheit: "Wenn du unbedingt schrumpfen willst, dann meinetwegen", meint etwa die Mutter. "Aber bitte nicht bei Tisch." In der Schule wird Schorschi wegen unentschuldigten Schrumpfens zum Direktor geschickt, der ihm sinnloserweise versichert, immer für ihn da zu sein, dem eher unüblichen Vorgang aber mit vorsätzlicher Ignoranz begegnet: "Ein gelöstes Problem ist kein Problem mehr, stimmt's?"
Die Haltung der Erwachsenenwelt gegenüber den erstaunlichen Dingen, die sich in der Welt des (dann doch wieder) Heranwachsenden zutragen, bleibt auch in den anderen beiden Folgen –"Schorschis Schatz" und "Schorschis Wunsch" – gleich: Dass plötzlich Dollarscheine auf den Bäumen wachsen, ist ihnen ebenso wurscht wie der Umstand, dass einem alten Krug ein Dschinn entsteigt, der die üblichen drei Wünsche erfüllt (was Schorschi einigermaßen grandios vergeigt).
Der Reiz von Florence Parry Heides Kinderbuchklassiker wird durch die kongenialen Zeichnungen ihres amerikanischen Landsmannes Edward Gorey (1925–2000) noch erheblich gesteigert. Ihre hyperaufgeräumte Schwarz-Weiß-Welt, in der alle immer etepetete gekleidet sind und Männer prinzipiell Bärte kaum unter Nietzsche-Format tragen, sind das perfekte Ambiente für Familien, in denen die Kinder jedes Jahr den gleichen Pullover geschenkt bekommen.

Klaus Nüchtern in FALTER 51/2008 vom 19.12.2008 (S. 20)


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