Goodbye Lemon

von Adam Davies, Hans M. Herzog

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Diogenes
Erscheinungsdatum: 01.09.2008

Rezension aus FALTER 45/2008

Dieses Buch ist so sentimental, dass es quietscht. Trotzdem liest man gebannt weiter. Das kriegen nur die Amerikaner hin. Die trauen sich was, spitzen zu, tragen lieber etwas zu dick auf, als dass sie eine Pointe auslassen würden.
Ein versoffener Vater lässt zu, dass sein sechsjähriger Sohn ertrinkt. Der fünfjährige Bruder macht sich sein Leben lang Vorwürfe, weil er ihn nicht retten konnte. Er kehrt als 33-Jähriger zurück ins Elternhaus, weil sein Vater nach einem Schlaganfall mit Locked-in-Syndrom im Rollstuhl sitzt und seiner Hilfe bedarf.
Eine beispielhafte Szene: Als der Sohn seinem Vater die Schuld am Tod des Bruders gibt und buchstäblich mit dem Finger auf ihn zeigt, bricht ihm der Vater den Zeigefinger – und beendet damit auch die Karriere des angehenden Konzertpianisten. Es gibt eine Menge solcher haarsträubender Szenen in diesem Roman. Alles wird bis an die Grenze zur Karikatur symbolisch aufgeladen. Die Inbrunst, mit der dies geschieht, bleibt glaubwürdig. Denn Davies plappert nicht, er hat wirklich etwas zu erzählen.
Mitunter fürchtet man fast, es könnte sich um eine wahre Geschichte handeln, beruhigt sich aber wieder: So hollywoodmäßig geht es auch in Georgia nicht zu. Aber selbstverständlich wird der Roman verfilmt. Von Darren Starr ("Sex & The City") nach einem Drehbuch von Bret Easton Ellis. Mit Happy End (wie im Buch).

Thomas Askan Vierich in FALTER 45/2008 vom 07.11.2008 (S. 21)


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