Vergiss Ägypten

von Barbara Frischmuth

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Aufbau
Erscheinungsdatum: 01.03.2008

Rezension aus FALTER 42/2008

Ich hätte es mir üppiger vorgestellt

Es gebe, sagt Barbara Frischmuth, in ihrem Leben zwei große Leidenschaften: Garten und Orient. Um Letzteren geht es in den jüngsten Büchern der österreichischen Autorin. In ihrem Roman "Vergiss Ägypten", der im heurigen Frühjahr erschienen ist, setzt sich Barbara Frischmuth, 67, mit den Veränderungen der ägyptischen Gesellschaft und der Frage auseinander, wie und ob Liebesbeziehungen zwischen Orient und Okzident funktionieren können. Ihr Sammelband "Vom Fremdeln und vom Eigentümeln" beschäftigt sich mit dem kulturellen Reichtum des Orients. Er analysiert das Wesen von Vor­urteilen und Ängsten gegenüber dem Fremden und beleuchtet das komplexe Verhältnis zwischen der Türkei und der EU ebenso wie die Lebenswirklichkeit islamischer Frauen abseits des Klischees.
Im Interview, das in Frischmuths Altausseer Haus mit Blick über ihren mehrfach literarisch bearbeiteten Garten stattfand, spricht die österreichische Schriftstellerin von ihrem Türkischstudium, von türkischen Geschichtstraumata und freiwilligen Kopftuchträgerinnen, von der ­Suche nach Fremdheit im Vertrauten und darüber, warum es keinen Sinn hat, über den Koran zu streiten.

Falter: In Ihrem neuen Essayband schreiben Sie an einer Stelle zum empfohlenen Umgang zwischen Europa und Türkei: "Lasst uns zu streiten beginnen!" Was ist damit gemeint?
Barbara Frischmuth: Ehrliche Diskussionen, nicht immer Stellvertreterkriege, in denen es um Islam und Christentum oder Ost und West geht: Welche Probleme gibt es mit Migranten, welche mit dem Rechtssystem der Türkei? Und bitte nicht die Attitüde "Wir, der wunderbare Westen" und "Was habt ihr denn zu bieten?". Diese Art von Kritik ist, wie der iranische Schriftsteller Navid Kermani sagt, immer affirmativ der ­eigenen Kultur und dem eigenen Stil ­gegenüber. Das muss man sich abgewöhnen. Zu einem Streit, wie ich ihn meine, gehören zwei informierte Partner.
Was ist denn die beste Informationsquelle über die Türkei?
Frischmuth: Sehr viel geht schon allein über die Literatur. Sie ist am besten geeignet, dieses "Von gleich zu gleich" herzustellen. Die Menschen sind nun einmal sehr ähnlich gemacht, und das, was uns unterscheidet, ist fast immer Kultur – und über die kann man reden. Da ist nichts Angeborenes dabei.
Wie sind Sie denn Ende der 50er-Jahre aufs Türkischstudium gekommen?
Frischmuth: Ich wollte mit meinem Studium einfach so nahe wie möglich an der orientalischen Literatur bleiben. Ursprünglich dachte ich an Iranistik, Judaistik oder Arabistik, aber in Graz an der Universität haben sie dazu gesagt: "Hamma nicht, hamma nicht, hamma nicht, aber bei den Dolmetschern gibt's Türkisch. Das ist ja auch eine Sprache von da unten."
War Ihr erster Türkeiaufenthalt 1960 dann ernüchternd oder genau so, wie Sie sich das in Ihren Fantasien vorgestellt hatten?
Frischmuth: Beides. Ich bin ja gleich nach Erzerum in Ostanatolien. Das war schon sehr anders. Von daher war ich nicht enttäuscht (lacht). Auf der anderen Seite war es halt nicht sehr prächtig. Ich hätte es mir orientalisch-üppiger und mit deutlich weniger Militär vorgestellt. Die städtische Kultur, die in den Märchen aus 1001 Nacht immer vorkommt, habe ich erst später kennengelernt.
In Ihrem letzten Roman tauchen viele mit orientalischen Männern verheiratete Europäerinnen auf. Kennengelernt haben sie die in den 60er-Jahren, als die Männer in Europa zum Studium waren. Gab es für Sie damals auch eine solche Option?
Frischmuth: Ja, ich war in der Türkei verlobt, mit einem wunderbaren Menschen, doppelt so alt wie ich und Militärarzt. Nur war ich da noch so jung, 19 nämlich, dass mich sofort die Panik ergriffen hat, als ich wieder zu Hause war. Ich war noch nicht bereit zum Heiraten und Kinderkriegen, ich wollte vor allem schreiben.
Ein echter Romanstoff! Was sind denn die großen Themen der türkischen Literatur?
Frischmuth: Wie in allen Literaturen: Liebe, Tod, Gesellschaft, Krieg. Und der Konflikt Stadt–Land spielt eine große Rolle. Wenn man so will, sind Yasar Kemal und Orhan Pamuk die zwei Pole: Kemal kommt vom Land und schreibt übers Land. Er gehört jener Generation an, die noch stark aus der Poesie der mündlichen Überlieferung geschöpft hat. Orhan Pamuks Literatur ist städtisch: Ursprünglich hat ihn nur das Leben in Istanbul interessiert. Weil er aber ein so guter Autor ist, kam er zur Einsicht, dass das nicht reicht, wenn er die Türkei in ihrer Gesamtheit erfassen will. Sein Roman "Schnee" geht in diese Richtung.
Was macht die Türkei für Sie so reizvoll?
Frischmuth: Die Vielfalt. Die Türkei ist eine Studie sozialer Aufstiegsmöglichkeiten. Viele Dinge passieren gerade jetzt, vor allem das Erwachen Anatoliens zu einer eigenen Identität, die das Land fast sprengt. Bisher hat man sich in der Türkei damit nicht sehr viel beschäftigt. Die Anatolier waren die Bauern. Das Sagen hatten die Kemalisten, sprich die städtischen Eliten, die allerdings in den letzten Jahrzehnten ziemlich nachgelassen haben.
Inwiefern?
Frischmuth: Die mehr oder weniger bürgerlichen Regierungen der letzten Jahrzehnte haben größtenteils für ihre eigenen Pfründe gearbeitet. Inzwischen haben sich Millionen von Menschen emanzipiert, sind in die Städte eingedrungen, arbeiten dort, führen Geschäfte und bilden plötzlich eine Art Mittelschicht, die anders ausschaut als die westlich orientierte kemalistische. Die neue Mittelschicht arbeitet aber genauso mit westlichen Mitteln. Computer machen ja nicht halt vor einem Kopftuch oder einem Bart.
Sie schreiben, dass das Wiedererstarken des Islams eine tiefe Kluft quer durch die Türkei schlägt. Stehen diese beiden erwähnten Bevölkerungsgruppen einander
da gegenüber?
Frischmuth: Ja, auch wenn ich mir nicht so sicher bin, ob die Anatolier alle so gläubig und fromm sind. Aber ihre Identität ist islamisch – in Abgrenzung vom Westen, von dem sie sich noch weniger wahrgenommen fühlen als von den eigenen Eliten. Der Islam ist da etwas Eigenes, aus dem sich Selbstbewusstsein schöpfen lässt.
Was bedeutet das aus politischer Sicht?
Frischmuth: Das ist schwer zu sagen. Gesehen hat man Folgendes: Viele Intellektuelle, die mit der in sich verknöcherten, kemalistischen Politik nicht mehr allzu viel am Hut hatten, haben Recep Erdogan von der islamistischen AKP gewählt. Interessanterweise hat die Intellektuellen an den Islamisten deren moderne, stadtplanerische Seite interessiert und vor allem die Tatsache, dass sie nicht so nationalistisch waren wie viele Kemalisten.
Die Kemalisten sind nationalistischer als die Islamisten?
Frischmuth: Oft genug. Das hat auch viele dazu bewogen, den gemäßigten Islamisten Erdogan zu wählen. Natürlich immer mit der Auflage, dass er in dem Moment, in dem er einen Fehler macht, wieder abgewählt wird. Ich habe das Gefühl, dass Erdogan und Staatspräsident Abdullah Gül jetzt zu weit gegangen sind. Sie wollten ihre Macht zu schnell etablieren. Das macht böses Blut und lässt sie auch viele moderne, junge Leute, die keinem Dresscode gehorchen und sich um den Islam gar nicht kümmern, wieder verlieren.
Was wird denn aus diesem heiklen Gebräu?
Frischmuth: Ich weiß es nicht. Ich versuche nur beide Seiten zu sehen und nicht hereinzufallen auf "Kein Kopftuch ist gleich europäisch denken und Menschenrechte anerkennen". Das stimmt so nicht. Die Anklage nach Paragraf 301 – Beleidigung des Türkentums – ist keine Erdogan-Erfindung.
Steht die Türkei steht an einem Scheideweg?
Frischmuth: Ich glaube, ja.
Sie vergleichen den Zerfall des Habsburgerreichs mit dem Zerfall des Osmanischen Reichs.
Frischmuth: Beide wurden ungefähr gleich lang von jeweils einer Dynastie regiert. Sie gingen etwa zur selben Zeit zugrunde. Ich würde mir eine vergleichende wissenschaftliche Studie dazu wünschen, wie beide Reiche mit ihren Minderheitenproblemen umgegangen sind. Bei uns hat das zwei Weltkriege gebracht! Wenn man das berücksichtigt, sieht man die türkische Problematik vielleicht ein bisschen anders. Da geht es nicht um Entschuldungen …
… zum Beispiel für den Völkermord an wahrscheinlich über einer Million Armeniern in der Zeit des Ersten Weltkriegs?
Frischmuth: Ich setze mich immer in die Nesseln, weil ich davon auch in Diskussionen mit Türken nicht abgehe. Nein: Es geht darum, wissenschaftlich zu ermitteln, in welcher Weise zerfallende Imperien mit­einander vergleichbar sind. In mancher Hinsicht sind natürlich auch der Nationalsozialismus und der türkische Nationalismus vergleichbar.
Ging der mit ähnlichem Rassismus einher?
Frischmuth: Nein, der mitteleuropäische Rassismus war ein biologischer, während der türkische Nationalismus ein kultureller ist. In dem Moment, in dem sich jemand zur türkischen Sprache, Kultur und Politik bekannte, war es völlig egal, ob er Armenier, Grieche oder sonst etwas war. Das müsste man herausarbeiten, dann würde man auch sehen, um wie viel brutaler Deutsche und Österreicher mit den Schwierigkeiten ihrer Nationswerdung umgegangen sind.
Sollten solche Vergleiche die Gespräche über Islam und Terrorgefahr ersetzen?
Frischmuth: Was sollen denn all diese Islamdebatten? In meinen Augen kann man das abhaken. Wozu sich über Bücher streiten, die tausende Jahre alt sind und deren Sprache missverständlich und dunkel ist?
Aber es wird darüber gestritten.
Frischmuth: Das ist müßig. Zu streiten ist über die Gegenwart und ihre Geschichte, aber doch nicht über die Frage, was der Koran verbietet oder erlaubt. Da sind vor allem Historiker, Politikwissenschaftler, Sozial- und Kulturgeschichtler gefragt. Wenn ich nicht ständig mein Kopftuch, meine fünf Gebetszeiten oder mein Verbot von vorehelichem Sex verteidigen muss, sondern zum Beispiel einmal darüber diskutieren kann, wie schwer die Umstellung der Schrift und der Sprache waren, wäre viel gewonnen!
Sprechen Sie von den Türken der ersten und zweiten Gastarbeitergeneration im Ausland?
Frischmuth: Nein, vom Jahr 1928 in der Türkei, als Kemal Atatürk von einem Tag auf den anderen die arabische Schrift abgeschafft hat. Alles musste plötzlich in Lateinschrift geschrieben werden. Das muss man sich einmal vorstellen: Eine ganze Generation wurde da von heute auf morgen von ihrer Tradition abgeschnitten und konnte die eigene Literatur nicht mehr lesen! 1932 wurde dann die türkische Sprachakademie gegründet, die damit beschäftigt war, die türkische Sprache zu retürkifizieren – und zwar in größtmöglichem Ausmaß. Das Osmanische, das bis dahin verwendet worden war, bestand ja zu zwei Dritteln aus arabisch-persischen Lehnwörtern. Für diese wurden jetzt neue, türkische Sprachformen gesucht. Wichtige Autoren haben damals ihre Romane auf Neutürkisch noch einmal geschrieben.
Mit Erfolg?
Frischmuth: Man hat versucht, alles neu zu machen, aber die Literatur als solche war ziemlich hartnäckig. In den letzten 20 Jahren hat sie sich viel von dem alten osmanischen Sprachmaterial zurückgeholt, weil die neutürkischen Worte gar nicht den Bedeutungsradius der traditionellen, gewachsenen Begriffe haben.
Finden Sie die mythologische Quelle, nach der Europa seinen Namen von einer orientalischen, um genau zu sein, von einer phönizischen Prinzessin hat, besonders symbolkräftig?
Frischmuth: Wenn wir nur ein bisschen an unserer Kultur kratzen, stellen wir fest, wie viel wir übernommen haben. Mit den paar Pflanzen, die wirklich bei uns heimisch sind, könnten wir keinen Garten machen. Und so ist es in allem – bis zu Dante und zu unserem Sprachmaterial: von Pyjama, Buchteln und Khaki, die aus dem Persischen kommen, bis zu Alkohol und Zucker, die aus dem Arabischen stammen.
Wie sollten denn die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei am besten ablaufen?
Frischmuth: Ohne dass schon vorher gesagt wird, dass sie nie in eine Vollmitgliedschaft, sondern höchstens in eine privilegierte Partnerschaft münden sollen. Wenn es Punkte gibt, wo man zu keiner Einigung kommt, dann können die Türken eben nicht beitreten. Solange sie aber bereit sind, die Standards, die auch wir erfüllen mussten, zu akzeptieren, sollte ohne Einschränkungen verhandelt werden.
Was meint man eigentlich, wenn man aus der Perspektive des Orients vom Okzident spricht? Europa oder nur mehr die USA?
Frischmuth: Europa nicht mehr unbedingt. Die USA führen zu viele Kriege in diesen Weltengegenden.
Das, glauben Sie, ist der Grund? Nicht die Durchdringung mit amerikanischer Alltagskultur?
Frischmuth: Natürlich auch – aber von der sind ja wir genauso durchdrungen. Auch wenn Europa draufsteht, ist ja sehr oft Amerika drin.
Wie ist denn der türkische Blick auf Europa?
Frischmuth: Den einen Blick gibt es nicht. Es gibt verschiedene. Das Komische ist ja, dass die westlich orientierten Kemalisten gar nicht so scharf auf Europa sind, weil sie ein EU-Beitritt viele ihrer Privilegien kosten würde. Sie müssten viele Gesetze ändern, die sie nicht ändern wollen – zum Beispiel einige zum Schutz der Nation. Es war die islamistische Regierung in der Türkei, die zum ersten Mal Druck gemacht hat, nach Europa zu kommen, und in kürzester Zeit viele Änderungen – auch Gesetzesänderungen – durchgesetzt hat, die davor nicht möglich waren. Die Türkei ist auch nur bedingt ein muslimisches Land, weil sie ja laizistisch und säkularistisch ist. Damit steht sie sowieso schon ziemlich einzigartig da.
Ist das mit Europa vereinbar?
Frischmuth: Ich glaube schon, aber unproblematisch ist es sicher nicht, denn es gibt schon auch diesen extrem islamistischen Bevölkerungsanteil in der Türkei, der bis zur Aggressivität hin konservativ ist.
Sie schreiben, dass die Islamisierung für Frauen der zweiten Generation muslimischer Zuwanderer einerseits einen Rückschritt in Sachen Emanzipation bedeute, andererseits eine Chance darstelle, sich der Ethnisierung – sprich dem stigmatisierenden Gastarbeitermilieu – zu entziehen.
Frischmuth: Ja. Das wird kaum wahr­genommen: Durch ihre eigene radikale ­Islamisierung emanzipieren sich diese freiwilligen Kopftuchträgerinnen von ihren männlichen Familienmitgliedern. Das strengere Einhalten der islamischen Regeln ist quasi das Ticket zur Selbstständigkeit. In Deutschland und auch in Österreich gibt es dazu sehr interessante Studien, die nicht ins Schwarzweißschema passen.
Ihre persönliche Initiierung in die Welt der Bücher als Kind fand über die "Märchen aus 1001 Nacht" statt?
Frischmuth: Als ich zehn Jahre alt war, habe ich eine purgierte Ausgabe von "1001 Nacht" bekommen – mit dem Zauberpferd vorne drauf. Ich war hin und weg und habe mir in die Bergwelt von Altaussee, wo ich aufgewachsen bin, orientalische Reiche hineinfantasiert. Es war das total Andere, das so ungeheuer auf mich gewirkt hat, der Kontrast zwischen Vertrautheit und Fremdheit. Es gibt heute noch Blickwinkel in Aussee, von denen ich das Gefühl habe, dass sie ganz fremd sind. Hinten am See gibt es eine Uferstelle mit Kiefern, die fast mediterran wirkt. Ich habe immer danach gesucht, dass mir etwas Fremdes vertraut oder etwas Vertrautes fremd vorkommt.
Altaussee und Istanbul: Das sind Ihre Kontraste.
Frischmuth: Das ist für mich genau die richtige Bandbreite, und ich komme auf sehr ­viele Gemeinsamkeiten: Nehmen Sie nur einmal die Liebe zur Volksmusik, die in Aussee genauso stark ausgeprägt ist wie in der Türkei. Es ist wichtig, dass man so unterschiedliche Ausgangspunkte hat, um überhaupt einen Blick auf die Welt zu bekommen. Ich hab nie das Gefühl, dass mir in diesem Gemisch irgendetwas völlig fremd wäre. Und was mir fremd ist, ist oft schon eine Ästhetisierung und entspringt dann dem Wunsch nach Fremdheit.

Julia Kospach in FALTER 42/2008 vom 17.10.2008 (S. 8)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Vom Fremdeln und vom Eigentümeln (Barbara Frischmuth)

Rezension aus FALTER 15/2008

Vom Leben im Transit

Es gibt da eine Reihe wunderbarer Déjà-lus, die sich bei der Lektüre von Barbara Frischmuths neuem als Reiseroman titulierten Buch "Vergiss Ägypten" auftun. Schon 1973, in ihrem ersten Roman "Das Verschwinden des Schattens in der Sonne", hat sich die Erzählerin, Studentin der Orientalistik, die mit der Autorin mehr als nur diese Gemeinsamkeit teilt, in eine andere Kultur aufgemacht und die Grenzen dessen ausgelotet, was sich in der Fremde so erfahren lässt. War es damals die Türkei, die Frischmuth selbst erstmals 1960 im Rahmen ihres Studiums bereist hatte, so hat es die Erzählerin Valerie Kutzer im neuen Buch nach Ägypten verschlagen. Auch dieses Land hat Frischmuth selbst mehrfach besucht, zuletzt 2006, im Zuge einer eigens für das Buch unternommenen Recherchereise, wie der Leser aus einer kurzen Dankesnotiz an eine unterstützende Fluglinie erfährt.

Auch wenn sich dadurch eine noch engere Verschränkung von Autorin und Ich-Erzählerin aufdrängt, erschöpft sich "Vergiss Ägypten" an keiner Stelle im bloßen Dokumentieren von Erlebtem, ist also keine weitere Reisereportage, die dem "geheimnisvollen Orient abseits der Trampelpfade" auf die Spur kommen will. Auf zu elegante Weise verschränkt Frischmuth Erlesenes aus der ägyptischen Geschichte und Mythologie mit Erfahrenem und Erdachtem, schichtet eigene Erinnerungen aus unterschiedlichen Zeitebenen zwischen den Handlungsstrang, der die Schriftstellerin Kutzer, begleitet von ihrer ägyptischen Freundin Lamis, zu den Sehenswürdigkeiten von Alexandria, Kairo oder Luxor, aber auch in Cafés, Clubs und an die Uni führt. Dort trifft sie Frauen, meist österreichischer Herkunft, deren Lebenswege irgendwann einmal damit begonnen haben, zwischen den Kulturen zu pendeln. Weil sie ihre ägyptischen Männer in den Sechzigerjahren während des Studiums in Wien getroffen haben, weil sie an der österreichischen Botschaft arbeiten oder weil sie als Lektorinnen in Kairo unterrichten. Was den Frauen gemeinsam ist: Sie alle, auch die Erzählerin, haben ihren Abbas, ihren jeweils gleich benannten Mann oder Geliebten, der sie beschäftigt oder verfolgt, der aber in der Handlung - im Unterschied zum "Verschwinden des Schattens" - nie als Person auftaucht.

Aus dieser Konstruktion ergibt sich eine Vielzahl kurzweiliger und poetischer Perspektiven und Blickwinkel auf den ägyptischen Alltag, an dem Frischmuth vor allem die Menschen interessieren und ihr Schicksal im kulturellen "Transit". "(...) denk lieber an die Ägypter", gibt Lamis der Erzählerin mit auf den Weg. Doch, es geht schon auch um den Islam, um den Terror, das Kopftuch. Nie aber in dieser Allgemeinheit, immer in Bezug auf das konkrete Erleben einer Person. "Vergiss Ägypten" ist distanzierter als das "Verschwinden des Schattens", manchmal ein wenig betulich, jedenfalls abgeklärter geschrieben - aus dem Wissen heraus, dass es Grenzen dessen gibt, was man aus Geschichte, Literatur und Gesprächen begreifen kann. Nicht nur, wenn man der Sprache nicht mächtig ist. Auch die orientalischen Mystiker kommen wieder zu Wort, diesmal in der historischen Gestalt des Dhun-Nun aus dem achten Jahrhundert. Der schönste Wiederkehrer: die aus dem Iran stammende Geschichte vom Simurgh (das Wort bedeutet selbst so viel wie "dreißig Vögel"). Darin will der Wiedehopf eine Gruppe von dreißig Vögeln zum Simurgh führen, "durch Elend, Not, Versuchung und Entbehrung. Am Ende entdecken sie, dass sie sich selbst gesucht haben."

Thomas Wolkinger in FALTER 15/2008 vom 11.04.2008 (S. 9)


Rezension aus FALTER 15/2008

Die Erotik des Verborgenen

In ihrem Reiseroman "Vergiss Ägypten" spürt Barbara Frischmuth erneut den feinen Zwischentönen in der Begegnung von Orient und Okzident nach. Ein Gespräch über Tausendundeine Nacht, die Grenzen der Toleranz und die Erotik der Kopftuchmädeln.

Das Ausseerland mag zwar, wie das die Werbung glauben machen will, im "Mittelpunkt Österreichs" liegen. In Wirklichkeit ist Altaussee ganz schön fernab vom Schuss. Vor allem wenn man wie Barbara Frischmuth, die hier 1941 geboren wurde, seit beinahe zehn Jahren auch wieder hier lebt, schreibt und das hiesige Literaturmuseum leitet, auf Bus und Bahn angewiesen ist. Fünf Stunden nach Wien - da müsse der Anlass schon wichtig sein, sagt sie.

Frischmuth führt trotzdem das genaue Gegenteil eines weltfernen Schriftstellerlebens. Sie hängt es nur nicht an die große Glocke. Immer wieder hat sie die Türkei oder Ägypten bereist, gerade eben drei Wochen als Stadtschreiberin in Istanbul verbracht oder bei den Rauriser Literaturtagen über türkische Literatur diskutiert. Dort hat sie auch erstmals aus ihrem neuen Roman "Vergiss Ägypten" (siehe Kasten) gelesen. Über ihre Literatur, die Sprache befasst sich Frischmuth, die Türkisch, Ungarisch und Orientalistik studiert hat, seit Jahrzehnten intensiv mit dem näheren und ferneren Osten. Damals, als sie in den Sechzigerjahren nach einer gestrengen Erziehung im Gmundener Schwesterninternat damit begonnen hat, hat das erst wenige interessiert. Heute kann sie sich der Anfragen kaum erwehren. Auch an der steirischen Regionale, im Rahmen der "Diwan-Akademie" in Schloss Hainfeld, wird sie mitwirken. Dann wird auch ihr Buch "Vom Fremdeln und vom Eigentümeln", präzise formulierte Essays und Reden "über das Erscheinungsbild des Orients", im Grazer Droschl-Verlag erscheinen.

Diese Welt, die Frischmuth nicht loslässt, ist auch in ihrem behaglichen im Ausseer-Stil gebauten Haus, oben, am Hang über Altaussee, spürbar. Kalligrafische Kunst an den Wänden; die Bücherregale füllen, in ordentlicher alphabetischer Folge, Bände klassischer wie zeitgenössischer türkischer Literatur. Und draußen, über ihrem Garten, dem sie schon drei Bücher gewidmet hat, fällt patziger Frühlingsschnee.

Falter: Sie leben hier, wie Sie selbst sagen, am "Arsch der Welt". Warum?

Barbara Frischmuth: Es ist ein sehr hübscher Popo, aber verkehrstechnisch ist es wirklich der "Arsch der Welt". Nachdem ich mit meinem zweiten Mann das Haus gebaut hatte, bin ich wieder öfter hergekommen und habe entdeckt, dass der Tag hier mehr ausgibt. In Wien muss man ständig Entscheidungen treffen, was man sich gibt, was man anschaut.

Jakob Wassermann hat geschrieben, Altaussee sei "eine Krankheit, die man nicht mehr los wird". Das ist es nicht, was Sie hält?

Ich bin hier geboren, für mich war das immer selbstverständlich. Aber ich habe schon eine starke Beziehung zum Ort, wie fast alle, die hier geboren sind.

Und diese Überhöhung des Ausseerlandes - womit hat die zu tun?

Ich habe eine Freundin in New York, eine Vertriebene, eine jüdische Malerin, die - solange sie in Österreich war - jeden Sommer hier verbracht hat. Sie sagt, sie habe als Malerin hier sehen gelernt, durch die Trisselwand. Und meint, all das hier hätte so etwas Uterines. Nur, wenn man hier aufgewachsen ist, geht einem das manchmal furchtbar auf die Nerven. Da will man so weit weg wie möglich. Daher zum Teil auch mein Orientalistik-Studium.

War es nicht auch die Lektüre von "Tausendundeine Nacht", die Ihr Interesse am Orient geweckt hat?

Das habe ich als Kind gelesen. Ich bekam Ende der Vierziger eine purgierte Ausgabe geschenkt, eine Kinderausgabe.

Also ohne all die interessanten erotischen Passagen?

Trotzdem blieb noch einiges ... Diesem Buch war ich absolut verfallen. Das war genau die andere Seite, so fremd und so anders, dass ich es sofort hier integriert habe und mir chinesische oder indische Nischen im Gebirge ausgedacht habe, wo nur ich hin darf.

Was an einer anderen Kultur kann man erlesen, was muss man erfahren?

Der Knackpunkt ist die Sprache. In der Türkei bewege ich mich, weil ich die Sprache spreche, ganz anders als in Ägypten. Mein Arabisch ist - wie das Persische - in der Tiefe der Jahre versickert. Dort bin ich auf fremde Hilfe angewiesen.

Muss man reisen?

Rückert (Friedrich Rückert, Begründer der deutschen Orientalistik, Anm.) hat sehr viel davon verstanden, war aber nie in einem dieser Länder, er hat eben gut Arabisch gesprochen. Man kann sehr viel über die Literatur erfahren. Ein Land näherbringen, eine Kultur - das kann Literatur. Ob sie politisch viel bewirken kann, weiß ich nicht.

Warum ist diese Übersetzungstradition des 19. Jahrhunderts, für die auch der Österreicher Joseph Hammer-Purgstall steht, abgebrochen?

Das damalige Literaturverständnis, diese Lust am Übersetzen, hat auch mit der Romantik zu tun gehabt. Außerdem konnten sich das Reisen damals nur wenige Leute leisten. Und es gab schon Zeiten, in denen die Menschen unterschiedlich neugierig waren auf andere Kulturen und Seinsweisen.

Warum ist das verloren gegangen?

Weil man heute im Fernsehen die tollsten Bilder kriegt - es gibt beinahe eine Überbefriedigung des Bedarfs.

Hat sich der Blick geändert?

Er ist ungeheuer einseitig geworden. Selbst so genannte kritische Geister suchen in diesen Ländern immer das, wo es hakt. Dazu kommt dieses Bedürfnis, die eigene Seins- und Lebensweise und Kultur affirmiert zu bekommen. Wenn man sich in diesen Ländern aufhält, beurteilt man alles sofort nach dem eigenen Maßstab und fühlt diese Befriedigung, dass doch wir die Welt und die Aufklärung erfunden haben. Man füttert sich mit Statistiken und sieht das Elend. Es gibt sehr wenige Bestrebungen, wirklich dahinterzuschauen.

Wie findet man die Zwischentöne?

Dazu braucht es gute Freunde im anderen Land, die einem Sachen zeigen, die man sonst überhaupt nie entdeckt hätte. Wenn man andererseits mit türkischen oder ägyptischen Intellektuellen spricht, die schon sehr lange im Ausland leben, dann ist dieser Blickwinkel schon ein wenig verschoben. Auch weil sie sich für vieles genieren. Ein Großteil der Probleme, welche die Türkei heute hat, ist darauf zurückzuführen, dass sich viele Türken immer für Anatolien geniert haben und nichts damit zu tun haben wollen. Jetzt sind die Anatolier in die Städte gekommen, und jetzt ist Feuer am Dach. Das sehe wiederum ich besser. Der Blickwinkel spielt eine entscheidende Rolle. Ich verwende manchmal das Bild des Hologramms.

Auch durch den Terror ist der Blick in den Orient heute vielfach einer der Furcht. Lässt sich das brechen?

Man lagert natürlich auch viel Innerkulturelles auf dieses Feindbild. Weil man ja selbst in seiner Seele noch nicht wirklich modern ist. Auch der Vorwurf des Rassismus ist so eine Ausstülpung. In dem Moment, wo wir den Rassismus nach außen verlagern können, wollen wir damit zugleich sagen, dass wir ihn überwunden haben. Dabei passiert es, dass man Probleme ortet, die es in diesen Ländern zum Teil gar nicht gibt.

Welche zum Beispiel?

Die Kurden etwa. Ich war in Istanbul bei einigen Kurdendemonstrationen, und da stellt sich heraus, dass die Leute untereinander überhaupt nicht diese rassistische Aversion gegeneinander haben, wie es sie bei uns gegeben hat. Es gibt Hunderttausende Kurden, die in Istanbul arbeiten, ohne dass irgendjemand ein Problem damit hätte. Es geht um kulturelle und um Machtfragen. Und man muss den Türken anlasten, dass sie wirklich eine beschissene Minderheitenpolitik gemacht haben. Die aber auch aus der Geschichte erklärbar ist. Man hat immer gedacht, wenn man den Kurden kulturelle Autonomie gibt, wäre das der kleine Finger, der dann die ganze Hand im Schlepp hat.

Wo sind die Grenzen der Toleranz?

Absolut problembewusst bin ich in Hinblick auf die Bildung islamistischer Zellen. Da muss sich unsere Polizei einfach die Mühe machen, genau hinzuschauen. Es kann nicht toleriert werden, wenn die politischen Probleme des Herkunftslandes hierher übertragen werden. Daher ist auch die Situation in den Cités oder "Ghettos" schwierig, weil die Menschen dort von den mafiosen Strukturen ihrer eigenen Leute viel mehr drangsaliert werden, als wenn sie etwas zerstreut wohnen. Sowohl die Kurdenorganisationen als auch die extremeren türkischen oder arabischen Organisationen erpressen von ihren Landsleuten zum Teil hohe Summen. Eine Gesellschaft muss sich vor diesen Strukturen schützen.

Sollen Lehrerinnen in Österreich mit Kopftuch unterrichten dürfen?

Es kommt darauf an, was sie den Kindern erzählen, nicht was sie auf dem Kopf tragen. Das Kopftuch wird zum Teil mit voller Absicht missverstanden. Es ist ein Zeichen einer neuen Identität. Und die ist im Augenblick auf den Islam ausgerichtet, weil der Islam das Einzige in der Geschichte war, was einen noch mit Stolz erfüllen kann. Ich kenne viele junge Musliminnen, die ein Kopftuch tragen, damit auf die Uni gehen und sagen: Wir wissen, dass wir nie als Europäerinnen akzeptiert werden, und wollen euch zeigen, dass wir das auch als Musliminnen können, Medizin studieren zum Beispiel.

Ein Argument gegen das Kopftuch lautet, dass diese Toleranz auf dem Rücken der Frauen ausgetragen wird.

Das ist auch meine These. Aber wenn es wirklich so ist, dass die Väter und Brüder so eine Macht haben, na, glauben Sie, die lassen ein Mädchen dann an die Uni gehen, wenn sie das Kopftuch abnehmen muss?

Ein pragmatisches Zugeständnis?

Ja. Ich habe an der Uni in Istanbul gesehen, wie die paar, die mit Kopftuch kommen, sich im Wächterhaus das Kopftuch abnehmen müssen. Das ist demütigend. Und was in der Türkei besonders schlimm ist: Es gibt darüber keinerlei Dialog zwischen den Exponenten der beiden Seiten.

Wo steht denn Ihrer Meinung nach der Dialog zwischen den Religionen?

Es wird alles an der Religion festgemacht. Anstatt einmal die Leute zu fragen, wie es ihnen geht oder welche Probleme sie haben, wird immer nur über "den Islam" geredet. Wenn ich das schon höre. Es gibt "den Islam" nicht, das macht mich nervös. Weil das wieder so ein rigides Begriffssystem ist, nachdem man sofort in die Guten und die Bösen einteilen kann. Plötzlich gibt es da lauter Hobby-Theologen, die Kraut und Rüben durcheinanderschmeißen.

Welche Art von Gespräch schwebt Ihnen vor?

Es wird der Islam ja auch in all diesen Ländern nicht gleich gehandhabt. Wenn man den Islam historisch sieht, erkennt man, dass es immer Zeiten der strengeren und der milderen Observanz gegeben hat. Genauso wie im Christentum. Was die Politik anbelangt, bin ich immer für Pragmatik, weil die Ideologen immer das größte Unheil angerichtet haben.

Hat das mit Ihrer Sozialisierung im Internat zu tun?

Ich glaube schon, als Kind ist man besonders empfindlich für die Definitionsmacht der Ideologie. Es ist mir halt sehr früh aufgefallen, was da getrieben wird.

Haben Kreuze noch Platz in staatlichen Schulen?

Man soll das Kreuz und das Kopftuch tolerieren. Wenn man das eine toleriert und das andere gar nicht, dann wird's bedenklich. Und das Kreuz hat sich ja zum Schmückstück gewandelt. Im Grunde das Kopftuch auch. In einer Weltstadt wie Istanbul gibt es auch junge Mädchen mit Jeans, bauchfrei, gepiercter Nabel, die ein Kopftuch tragen. Weil das irgendwie schick ist und auch etwas Erotisches hat. Alles, was verborgen ist, hat Erotik. Ich bin auch draufgekommen, dass die Kopftuchmädeln viel selbstbewusster flirten. Sie machen ein Zugeständnis, und dafür nehmen sie sich viele andere Rechte.

Zum Thema Anziehen: Eine der wilderen Episoden aus Ihrer Biografie ist eine Szene im 1967 entstandenen Film "Forum Dichter Graz" von Ferry Radax, in der Sie im Brautkleid ...

... nein im Nachthemd von der Mutter Kolleritsch. Renate Rasp hat damals oben ohne gelesen. Nein, das war mir auch damals schon nicht angenehm. Man muss nicht so weit gehen, nur um Aufmerksamkeit zu erregen. Ich habe aus der "Klosterschule" gelesen, gedreht wurde in Brunnsee. Es war ein Gewitter im Anzug, ich kam dran und hatte ein Nachthemd von der Mutter von Alfred Kolleritsch an und drunter einen Bikini. Ich habe gelesen, mich plötzlich ausgezogen und bin im Bikini ins Wasser gesprungen.

Die "Klosterschule" ist auch im Kontext von 1968 lesbar, sonst waren Sie aber nicht politisch engagiert, oder?

Schon viel früher. In Graz war ich immer mit den ganz Linken zusammen, aber nie Mitglied. Eben aus dieser Erfahrung der Klosterschule heraus. Ich wollte nie mehr zu einem Verein oder zu einer straffen Organisation gehören.

Nicht nur mit Ihren Gartenbüchern haben Sie die Gabe, ein relativ breites Publikum zu erreichen.

Ganz bestimmte Menschen. Die, die halt nicht das Spektakuläre suchen. Da kann ich mit zu wenig aufwarten. Aber diese Garten-Fangemeinde ist besonders treu. Außerdem werde ich in sehr viele Sprachen übersetzt. "Die Schrift des Freundes" ist zuerst auf Arabisch erschienen, dann auf Türkisch, im Sommer erscheint das Buch in Italien, im Dezember auf Hindu.

Welchen Nerv treffen Sie?

Bei den Gärtnern, da weiß ich es. Die sagen, dass sie meine Bücher deswegen so gerne lesen, weil ich auch alle Fehler zugebe, die ich gemacht habe. Sie sagen: "Bei Ihnen fühlt man sich nicht gedemütigt."

Thomas Wolkinger in FALTER 15/2008 vom 11.04.2008 (S. 8)


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