Cap Esterel

von Tanja Langer

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Verlag: Volk und Welt
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Rezension aus FALTER 20/1999

Wenn es eine Schnittmenge von Falter-Leserinnen und solchen der Zeitschriften Brigitte, Elle oder Marie Claire gibt, dann mögen die darin enthaltenen Geschöpfe bitte kurz aufhorchen: Es ist ein Roman für sie geschrieben worden. Setting: ein kleines Dörfchen an der Cote d'Azur; Zeit: lichtdurchfluteter Frühsommer; Held: Michel, ein junger, talentierter Architekt, beschenkt mit Sensibilität, Intelligenz und betörendem Lockenkopf, beladen jedoch mit einer unglücklichen Liebesaffäre und einem rätselhaften Kindheitstrauma. Näher und näher wird der Leser an dieses Geheimnis herangeführt, auf eine angenehme Art verwirrt von den behenden Perspektivwechseln, die Autorin Tanja Langer über die gesamte Strecke des Romans vornimmt. "Cap Esterel" lautet der romantische Titel des mit Zypressenduft, Weißwein und azurblauem Himmel profimäßig mediterran ausgestatteten Erstlingsromans der 37jährigen Berlinerin, welcher für einen sonnenwarmen, verbummelten Mai/Juni-Nachmittag auf einer Parkbank in Schönbrunn empfohlen sei.

Deutlich ruppiger hingegen präsentiert sich der Roman von Langers Vornamenskollegin Tanja Dückers. Die 31jährige Berlinerin schildert in "Spielzone" das Leben und Lieben vornehmlich der jüngeren Hauptstadtbewohner: Da ist zum Beispiel Ada, die neunzehnjährige Partygöre mit orangefarbenem Bürstenschnitt, flamingofarbenen Plastikstühlen und flott wechselnden Sexualpartnern; da gibt es Klaus, den überspannten Bioanalytiker mit heftigen Kannibalismusphantasien, oder Elke, die sich nach einer verunglückten Beziehung in ihrer Wohnung verbunkernde Übersetzerin. Mit Hilfe dieser und einiger anderer Figuren webt Dückers einen literarischen Patchworkteppich und bemüht sich nach Kräften, den vielfarbigen humanoiden Mikrokosmos ihrer Stadt, der "Spielzone" Berlin, zu beschreiben - ein Versuch, der jedoch keinen wirklich nachhaltigen Eindruck hinterläßt.

Stefan Ender in FALTER 20/1999 vom 21.05.1999 (S. 70)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Spielzone

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