Heimweh

von Tim Staffel

Derzeit nicht lieferbar

Verlag: Volk und Welt
Erscheinungsdatum: 01.01.2000

Rezension aus FALTER 12/2000

"Heimweh!" ist ein atemloser Text: Kurze Sätze, schnelle Szenenwechsel, viel Dialog und ein völlig zwangloser Umgang mit Phänomenen wie Fernsehen oder Popmusik. Denn wo andere Autoren über ein paar Phrasen und Zitate ihre Hipness beweisen wollen, sind Daily Soaps oder Drum 'n' Bass für Staffel auf selbstverständliche Weise Teile seines Lebens, über die man eigentlich nicht viel sprechen muss. Daran hält sich auch der Roman - wenn irgendwo im Hintergrund eine Platte läuft, wird sie kurz und knapp benannt. Fertig.In Deutschland jedoch sorgte das Buch für einige Aufregung, geht es in ihm doch darum, dass das neue Regierungsviertel in einen Vergnügungspark für die kaputte Gesellschaft umgewandelt wird, dessen zahlende Besucher einander erschießen dürfen. Das Bezahlen des Eintrittsgelds erlaubt auch das Erschießen anderer Besucher. Vermarktet wird der Freizeitpark von einer Pay-TV-Station.
Wie bei einem "Skandaltext" so üblich, koppelte sich die Rezeption mit steigender Medienaufmerksamkeit schnell vom Text ab. Für den Autor selbst ist "Terrordrom" "der Roman, den ich immer schon lesen wollte". Niedergeschrieben hat er ihn im Sommer 1996, als Staffel dank eines Döblin-Stipendiums in Günter Grass' Haus in Wewelsfleth residierte. Die Niederschrift bedeutete einen Kraftakt, da im Fernsehen übertragene Sportgroßereignisse wie eine Olympiade - damals gerade die Sommerolympiade - eben einfach angeschaut werden müssen. An manchen Tagen bis zu 18 Stunden lang. Aus Solidarität mit den beteiligten Sportlern.

Sebastian Fasthuber in FALTER 12/2000 vom 24.03.2000 (S. 19)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Terrordrom (Tim Staffel)

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