Hirnwelten
Berichte vom Rande des Bewußtseins

von Reinhard Werth

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Verlag: C.H. Beck
Erscheinungsdatum: 01.01.1998

Rezension aus FALTER 1-2/1999

Eine Frau, die nach einer Hirnblutung die Welt nur noch halb wahrnehmen kann und die fehlende Hälfte nicht einmal vermißt. Ein Mann, der sich nach einem Schlaganfall nicht mehr im Spiegel erkennt. Solche spektakulären Fälle demonstrieren, wie sehr unsere gewöhnliche Selbst- und Weltwahrnehmung an intakte Gehirnfunktionen gebunden ist. Hiervon und vom harten Alltag des Neuropsychologen erzählt "Hirnwelten", ein eigenwilliges Sammelsurium aus wissenschaftlichem Lebenslauf, Erlebnisberichten und allerlei neurophysiologischen Basics. Anschaulich berichtet Reinhard Werth von erschütternden Schicksalen hirngeschädigter Patienten, von seinen aufregenden Erlebnissen und neuropsychologischen Untersuchungen bei Nomaden und Alkoholikern und von seinen Überlegungen zu den "verhängnisvollen Hirnfunktionen" von Gewalttätern. So ungewöhnlich und löblich sein Mitgefühl mit den Patienten ist, so voreilig geraten einige Schlußfolgerungen, die Werth zieht. Von Bedingtheit schließt er auf totale Bestimmtheit und stellt am Beispiel eines Mörders Verantwortlichkeit und Freiheit überhaupt in Abrede - ohne hinreichende Argumente für solch großspurige Thesen zu liefern.

Der versierte US-amerikanische Wissenschaftsjournalist und Pianist Robert Jourdain hingegen bestimmt unsere Hirntätigkeit im Blick auf ihre Vollendung, die zweckfreie Höchstleistung beim Produzieren und Rezipieren von Musik. In zehn Kapiteln analysiert er in "Das wohltemperierte Gehirn" das komplexe Phänomen der Musik vom Schall bis zur Ekstase auf der Basis musikwissenschaftlicher Kenntnisse und umsichtig erklärten neurophysiologischen Grundlagen. Wie konnte Beethoven stocktaub seine 9. Symphonie komponieren? Was ist das Geniale an Wunderkindern wie Mozart? Was ein "absolutes Gehör"? Ein anregendes, informatives Sachbuch für alle, die den Wirkungskreis und alte Geheimnisse der Musik besser verstehen wollen.

Iris Buchheim in FALTER 1-2/1999 vom 15.01.1999 (S. 64)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Das wohltemperierte Gehirn

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