Dieser wilde Ozean, den wir Leben nennen

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Simon ist auf der Suche nach einer Farbexplosion im Alltagsgrau. Mit der Hoffnung, eine Zugbekanntschaft wiederzufinden, fährt er kurzerhand in eine fremde Stadt. Antonia hat das Suchen aufgegeben und treibt ziellos durch ihr Leben. Zufällig kommen sie an einer Parkbank miteinander ins Gespräch. Obwohl oder gerade weil sie sich nicht kennen, können sie über Dinge sprechen, die sie sonst für sich behalten. Können für ein paar Tage Erinnerungen und Tagträume miteinander teilen. Als ihre Wege sich wieder trennen, scheint alles möglich.
Eine Momentaufnahme der Veränderung – leicht und berührend wie ein guter Song!

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FALTER-Rezension

Die Jugend ist die Zeit der harten Landungen

Jugendbuch: Zwei 16-Jährige prallen aufeinander

Wenn die Frau in dem grauen Mantel sich in den nächsten zwanzig Sekunden umdreht und eine Brille trägt, werde ich ihm heute begegnen.“ Der 16-jährige Simon veranstaltet ständig solche Lotterien, doch der ersehnte Hauptgewinn will und will nicht auftauchen: Paulus, der Meerestaucher, mit dem Simon nicht mehr als eine Zugfahrt verbracht hat. Paulus, dessen zufällige Berührung Simon Schauer durch den Körper gejagt hat. Der Farbe in Simons Leben bringen soll, denn um ihn herum ist alles grau.

Antonia wiederum, ebenfalls 16, stößt ihre gesamte Umgebung vor den Kopf. Mit ihrem Freund, den sie eigentlich mag, vor allem aber mit ihren Eltern kennt sie keine Gnade. „Mir ist klar, dass ich sie damit zum Weinen bringe“, sagt Antonia über den von ihr abgeblockten Annäherungsversuch der Mutter. „Wie auf Knopfdruck. (…) Ungerührt starre ich auf meinen Bildschirm, während sie sich die Tränen von den Wangen wischt.“ Die Katastrophe, die Antonias Familie erlebt bzw. überlebt hat, tritt erst nach und nach zutage.

Elisabeth Steinkellner, 37, erzählt abwechselnd aus der Sicht Antonias und Simons. Als Simon auf der Suche nach Paulus komplett planlos in der fremden Stadt herumstiefelt, kippt ihm Antonia quasi in die Arme: Sie meint, in Simon ihren so schmerzlich vermissten Bruder zu erkennen.

Glaubwürdig schildert Steinkellner das Drama der Notwendigkeit, sich von der Kindheit zu verabschieden. Wenn Altvertrautes einfach aufhört zu existieren, Neues aber noch nicht greifbar ist. Wenn die Sehnsucht brennt: nach großen Gefühlen, nach Bedeutung, nach Sex. Die ersten Gehversuche auf diesem Gebiet schildert die Autorin ebenso unverblümt wie beiläufig. Sie katapultiert ihre bedürftigen Helden in lichte Höhen, spart aber auch die Härte des Zurückgewiesen-Werdens nicht aus: die Trostlosigkeit, wenn der eine nach der ersten Nacht nie mehr weg will, der andere ihn aber eilig aus der Wohnung bugsiert. Steinkellner erzählt von Glück und Versöhnung, von Ernüchterung und Endgültigkeit. Es ist ein schönes und hartes Buch, ein Buch wie das Leben. Die Niederösterreicherin hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, für dieses Werk den Kinder- und Jugendbuchpreis „Luchs“ des Monats September, vergeben von Radio Bremen und der Zeit.

Gerlinde Pölsler in Falter 41/2018 vom 12.10.2018 (S. 31)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783407754363
Ausgabe Originalausgabe
Erscheinungsdatum 15.08.2018
Umfang 236 Seiten
Genre Kinder- und Jugendbücher/Jugendbücher ab 12 Jahre
Format Taschenbuch
Verlag Julius Beltz GmbH & Co. KG
Empf. Lesealter ab 14 Jahre
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