Krummer Hund

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Der 15-jährige Daniel ist vor allem eins: wütend. Sein Vater ist weg, seine Mutter schleppt einen Liebhaber nach dem anderen an. Als Resultat erleidet Daniel unkontrollierbare Wutausbrüche. Nun hat sie wieder einen Freund, den Doc. Der Mann, der seinen Hund eingeschläfert hat. Aber den er trotzdem liebgewinnt. Doch dann geschieht ein tödlicher Unfall. Bei der Suche nach dem Schuldigen verändert sich für Daniel alles, auch das Verhältnis zu seinem besten Freund Edgar und zu der sadistischen Klassenschönheit Alina. Kann Daniel seinen Erinnerungen an diese Nacht glauben? Oder spiegeln sie nur wider, was er gerne hätte?

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FALTER-Rezension

Wölfe, Füchse, Piraten und ein toter Hund

Der 15-jährige Daniel mag Zahlen, aber er hasst die zahlreichen Liebhaber, die seine Mutter anschleppt, seit sein Vater die Familie verlassen hat. Der letzte davon scheint von einer besonders üblen Sorte zu sein. Zumindest hat er Daniels geliebten Hund Ozzy getötet, in anderen Worten: mit einer Spritze erlöst. Thomas ist Tierarzt und hat es ziemlich schwer, Daniels Vertrauen zu gewinnen. "Ich habe auch manchmal das Gefühl, dass ich irgendwo falsch abgebogen und in einer Gegend gelandet bin, in der die Leute eine andere Sprache sprechen als ich", sagt Daniel.

Seit sein Vater die Familie verlassen hat, rastet er regelmäßig aus, schlägt Jüngere und zerstört Gegenstände. Auch sein bester Freund Edgar kann dagegen nichts tun. Edgar kämpft an einer ganz anderen Front, der künstlerischen. Er malt. Gemeinsam haben sich Daniel und Edgar eine Feindin gesucht. Prinzessin Evil, eine Mitschülerin, die in Designerklamotten zur Schule kommt und ihrerseits Schwächere mobbt. Sich mit ihr anzufreunden ist das Letzte, was sich Daniel vorstellen kann. Aber hier geschieht so einiges, was man nicht erwartet hat.

Das erste Jugendbuch von Juliane Pickel erschien bereits vor einem Jahr und erhielt den Peter-Härtling-Preis 2021. Aktuell liegt es in der vierten Auflage vor und ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 nominiert. Zeit, sich eines der packendsten Jugendbücher der letzten Jahre zuzulegen.

Kirstin Breitenfellner in Falter 18/2022 vom 06.05.2022 (S. 30)


Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß

Daniel hatte einmal coole Eltern. Sein Vater war Musiker, spielte den lieben Tag lang Gitarre, alberte die restliche Zeit rum. So erinnert sich sein Sohn zumindest an ihn. Gesehen hat er ihn seit fünf Jahren nicht mehr, da war Daniel zehn. Eines Tages verließ der Vater die Familie, lud seine Habseligkeiten ins Auto und war einfach weg. Seine einzige Hinterlassenschaft: ein zotteliger Hund namens Ozzy Osbourne.

Als der stirbt, bricht für Daniel eine Welt zusammen. Seine Mutter wiederum geht ausgerechnet mit dem Mann aus, der für Daniel Ozzys Mörder ist. Es ist der Tierarzt, der ihn eingeschläfert hat. Es wird eine Weile dauern, bis Daniel begreift, dass der Typ nicht so übel und schon gar kein krummer Hund ist. Alle anderen Beziehungsversuche seiner Mutter seit dem Tag, an dem sein Vater verschwunden ist, endeten katastrophal: „Im Durchschnitt sind die Männer zwei Monate und siebzehn Tage geblieben. Ihr Durchschnittsalter war fünfunddreißig. Der Anteil an Schwachsinn, den sie geredet haben, lag bei mindestens neunzig Prozent.“

Daniel macht es seiner Mutter auch nicht leicht. Wenn ihm die Sicherungen durchbrennen, dann dreht er völlig durch und drischt auf alles ein, was ihm im Weg steht.

Mit großem Gespür schreibt Juliane Pickel in ihrem Roman über die Wut eines Pubertierenden. Bei diesen Anfällen ist Daniel nicht er selbst, er handelt blindwütig wie im Rausch und hat danach kaum Erinnerungen an seine Gewaltausbrüche. Schön ist, dass die Figur vielschichtig gezeichnet ist. Eigentlich ist Daniel kein Schläger, sondern ein ruhiger, nachdenklicher Jugendlicher. Aber er hat seine offenen Baustellen und verdrängten Probleme, die ihm immer wieder den Atem rauben. Und dann explodiert er eben.

„Krummer Hund“ ist mehr als eine Problemgeschichte. Die Autorin schreibt sensibel über Freundschaft, wenn sie Daniels Verhältnis zu seinem besten Kumpel Edgar schildert – und wie es sich verändert, als eine fiese, hochnäsige Mitschülerin immer mehr zum Thema wird. Die beiden hassen diese „Princess Evil“ zwar erklärtermaßen, aber insgeheim gefällt sie ihnen auch.

Dieses Buch ist vielschichtig und facettenreich wie das Leben. Das ist auch die Lektion, die Daniel irgendwann lernt: Es gibt auf der Welt nicht nur Schwarz und Weiß.

Sebastian Fasthuber in Falter 11/2021 vom 19.03.2021 (S. 29)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783407758750
Ausgabe Originalausgabe
Erscheinungsdatum 10.03.2021
Umfang 264 Seiten
Genre Kinder- und Jugendbücher/Jugendbücher ab 12 Jahre
Format Taschenbuch
Verlag Julius Beltz GmbH & Co. KG
Empf. Lesealter ab 14 Jahre
Illustrationen Jörg Hülsmann
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